Ende Schleichweg

Köniz

Der Durchgangsverkehr auf dem Gurtenweg in Köniz wird unterbunden – mit dem Segen des Bundesgerichts. 

Im Hui gehts bergabwärts. Das macht Gegenverkehr auf dem engen Gurtenweg gefährlich.

Im Hui gehts bergabwärts. Das macht Gegenverkehr auf dem engen Gurtenweg gefährlich.

(Bild: Susanne Keller)

Stephan Künzi

Der Streit um das Fahrverbot dauert bereits länger als sieben Jahre, doch nun zieht das Bundesgericht den Schlussstrich: Der Gurtenweg soll den Auto- und Töfffahrern, die vom Gurtenbühl auf den Spiegel gelangen wollen, definitiv nicht mehr als direkte Abkürzung dienen.

Das Hin und Her begann im Jahr 2011, als sich Köniz an den Umbau der Kirchstrasse machte, von der unten im Gurtenbühl der Gurtenweg abzweigt. Im Rahmen dieser Arbeiten versuchte die Gemeinde, den Durchgangsverkehr ein erstes Mal zu unterbinden. Zu eng, unübersichtlich und steil ist das Strässchen und zu beliebt bei den Kindern, die Tag für Tag mit dem Velo vom Spiegel hinab zur Schulanlage Lerbermatt und wieder zurück fahren.

Zu gefährlich

Die Gemeinde beschloss, den heiklen zentralen Abschnitt mit einem Fahrverbot für Autos und Motorräder zu belegen. Um unerlaubte Durchfahrten von vornherein zu unterbinden, stellte sie das entsprechende Schild gleich mitten auf die Strasse. Sie machte allerdings die Rechnung ohne zwei Anwohner.

Diese riefen das Verwaltungsgericht an und landeten im März 2012 prompt einen ersten Erfolg: Köniz habe es versäumt, die für diese spezielle Platzierung notwendige Baubewilligung einzuholen, lautete das Urteil.

In der Folge versuchte die Gemeinde, auf einem anderen Weg zum Ziel zu kommen. Um den Anwohnern entgegenzukommen, lockerte sie das Fahrverbot im zentralen Teil ein Stück weit. Trotzdem gab es erneut Widerstand und einen Handel vor Verwaltungsgericht. Nun hatten die Richter Sicherheitsbedenken, denn diese Lösung hätte im gefährlichen Abschnitt Gegenverkehr zugelassen. Das vertrage sich nicht mit dem Charakter eines Schulwegs, den der Gur­tenweg hier habe, so der Entscheid vom Dezember 2015.

Nun die Verbotstafeln

Wieder musste die Gemeinde einen neuen Anlauf nehmen, und wieder landete der Handel vor Gericht. Diesmal, mittlerweile war es Dezember 2018, musste sogar das Bundesgericht urteilen, und es tat dies ganz im Sinne der Gemeinde: Künftig wird der strittige Abschnitt für Autos und Motorräder doch vollständig gesperrt.

Die Gemeinde will die Tafeln allerdings nicht mehr mitten auf die Fahrbahn, sondern wie gewohnt an den Strassenrand stellen. Passieren wird dies im Fe­bruar oder im März.

Berner Zeitung

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