Eine zweite Anlaufstelle löst die Probleme auf der «Schütz» nicht

Redaktor Christoph Hämmann zur gescheiterten Suche nach einer zweiten Drogenanlaufstelle in der Stadt Bern.

Bleibt in Bern einmalig: Die städtische Drogenanlaufstelle
an der Hodlerstrasse.

Bleibt in Bern einmalig: Die städtische Drogenanlaufstelle an der Hodlerstrasse. Bild: Christian Pfander

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Das Projekt kommt nicht zum Fliegen. Der Gemeinderat scheiterte beim Pilotversuch, die Auswirkung einer zweiten Drogen­anlauf­stelle auf das Gebiet Schüt­zen­matte zu prüfen, schon bei den Flugvorbereitungen: der Suche nach einem Standort.

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen. 2008 beschloss der Gemeinderat ein Massnahmenpaket zur «Schütz». Höchste Priorität habe eine zwei­te Anlaufstelle, hiess es – bevor das Projekt ein Jahr später begraben wurde.

Zwischen damals und heute gibt es zwar Un­terschiede; wenn die Anlaufstelle schliesst, verschieben sich heute weniger Drogenkonsumierende auf die «Schütz». Trotzdem drängt sich der Eindruck auf, dass es sich vor Stadtwahlen (und nach Erreichen eines gewissen Ausmasses an Vorfällen um die Reitschule) gut macht, eine zweite Anlaufstelle in Aussicht zu stellen.

Es ist wohl ehrlicher, sich davon zu verabschieden. Der Deal auf der «Schütz» ist das weitaus grössere Problem als der gut geführte Betrieb an der Hodlerstrasse, um nur zwei Herausforderungen des Perimeters zu nennen. Wenn schon, wäre es konsequent, den Standort Hodlerstrasse ganz aufzugeben.

Ob ein zweiter Standort spür­bare Entlastung brächte, werden wir vielleicht nie erfahren. Das muss aber nicht heissen, dass er nicht wieder ins Spiel gebracht wird, wenn die Stadtregierung Gestaltungswillen demonstrieren will. (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.12.2017, 19:02 Uhr

Christoph Hämmann ist Redaktor im Ressort Stadt Bern.
christoph.haemmann@bernerzeitung.ch

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