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Ein Taxi auf Knopfdruck

Uber für Bern – das ist die Vision der Gebrüder Mechai. Gelingen soll das Vorhaben mit ihrer eigenen Taxi-App.

Die Brüder Amir, Ismael und Malik Mechai (v.l.) wollen mit ihrer App «Taxi Bern» das Taxiwesen im gesamten Kanton Bern revolutionieren.
Die Brüder Amir, Ismael und Malik Mechai (v.l.) wollen mit ihrer App «Taxi Bern» das Taxiwesen im gesamten Kanton Bern revolutionieren.
Adrian Moser

Bescheidenheit ist kein Anspruch von Malik, Ismael und Amir Mechai. Nichts weniger als das Berner Uber soll die App der drei Brüder und Geschäftsführer der Taxi Bern 312 GmbH werden.

Ein Pendant also zum Fahrdienstvermittler aus Kalifornien, dessen Leistungen in der Schweiz in Basel, Genf, Lausanne und Zürich verfügbar sind. Nicht aber in Bern – die Vorgaben des Taxi­reglements der Hauptstadt sind zu sperrig für Uber.

«Eine Stadt wie Bern braucht eine Taxi-App», dachte Malik Mechai vor einem halben Jahr und setzte seine Idee sogleich um. Seit Februar dieses Jahres können Kundinnen und Kunden über die App «Taxi Bern», die im App Store von Apple und im Google Play Store verfügbar ist, ihren Fahrdienst buchen.

Die App erkennt den Standort der Person, weist ihr das nächstgelegene Taxi zu und informiert sie über den Namen des Fahrers und die Kontrollschildnummer. Vor dem Antritt der Fahrt berechnet die App den Preis. «Dadurch gibt es keine Überraschungen für den Kunden», sagt Ismael Mechai.

Wie bei seinem amerikanischen Vorbild können bei der Berner Nachahmung Kundinnen die Chauffeure bewerten und umgekehrt. Was passiert, wenn ein Fahrer konstant nur einen von fünf Sternen kriegt?

Ismael Mechai: «Wir wollen den besten Service bieten und würden wohl mit dem Fahrer die Zusammenarbeit beenden.» Kündigen geht nicht, denn das Geschäftsmodell der Brüder besteht darin, dass sie Aufträge an freischaffende Taxixhauffeure verteilen.

Taxi-Apps der Konkurrenz

Die Taxi-App der Gebrüder Mechai ist nicht die erste in der Stadt Bern: Jene der Nova Taxi AG ist seit 2012 in Betrieb. Geschäftsführer Markus Kunz bedauert, dass sein Betrieb dieses Alleinstellungsmerkmal verliert, doch er sieht auch Positives: «Wir sind angespornt, unsere App noch besser zu machen und unsere Taxis noch schneller zur Kundschaft zu bringen.»

Die Dienste der Nova Taxi AG buchen können Kundinnen auch über die App «Go» des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbandes Astag und von Taxisuisse, der Fachgruppe Taxi der Astag. Neben Nova Taxi hat sich im Raum Bern einzig Betax «Go» angeschlossen.

Christoph Wieland, Präsident von Taxisuisse, findet lokale Taxi-Apps wenig sinnvoll: «Kunden sollten nicht in jeder Stadt eine eigene App runterladen müssen. Taxis sollen Teil des öffentlichen Verkehrs werden, da braucht es eine nationale Lösung.»

Programmiert in Südafrika

Die Gebrüder Mechai verhandelten mit «Go», schlossen sich aber nicht an: «Die Gebühren sind zu hoch. Für den Chauffeur würde nicht mehr viel bleiben», begründet Ismael Mechai.

«Das Wort Bern im Namen steht nicht nur für die Stadt, sondern für den ganzen Kanton.»

Ismael MechaiCo-Geschäftsführer derTaxi Bern 312 GmbH

An den Kosten scheiterte auch die Zusammenarbeit mit einem Berner IT-Unternehmen, das die technische Entwicklung der App hätte übernehmen sollen. Diese Aufgabe übernahm darum ein Start-up aus Südafrika. Es bietet sogenannte White Label Apps an: Programme, deren Aufbau immer gleich ist, Inhalte und Aussehen aber an das konkrete Unternehmen angepasst werden.

Vier Monate ist die App in Betrieb, pro Tag laufen fünf bis sechs der circa hundert Buchungen über die App. «Langfristig soll dieser Anteil steigen, damit wir Personal in der Telefonzentrale sparen können», sagt Ismael Mechai. Steigen soll ebenso die Zahl der angeschlossenen Chauffeure.

31 sinds im Moment in der Stadt Bern, 2 in Thun. Besonders in Burgdorf und Biel suchen die Mechais noch Fahrer. Denn: «Das Wort Bern im Namen steht nicht nur für die Stadt, sondern für den ganzen Kanton», erklärt Ismael Mechai.

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