Ein Sprung von der BEA in die eigene Halle

Bern

Drehungen, Saltos und Spiralen zeigen die jungen Athleten des Berner Snowboardverbands auf dem Trampolin an der BEA. Sie sammeln damit Geld für eine neue Trainingsanlage.

Gian von Graffenried zeigt an der BEA seine Künste.

Gian von Graffenried zeigt an der BEA seine Künste.

(Bild: Keystone Urs Baumann)

Sheila Matti

So oft wie möglich trainiert Gian von Graffenried, eines von vielen Nachwuchstalenten des Berner Snowboardverbands, auf dem Schnee. Um sich aber möglichst vielseitig weiterzuentwickeln, steigt von Graffenried regelmässig aufs Skateboard um, trainiert auf Rasenflächen oder übt seine Sprünge auf dem Trampolin. Letzteres demonstriert der Athlet auch während der BEA, auf einem speziellen Freestyle-Trampolin (Halle 5). Dieses übergrosse Sprunggerät kann während der Messe von den Besucherinnen und Besuchern getestet werden.

Doch ganz so unbeschwert wie Gian von Graffenried und seine Kaderkollegen hier durch die Luft wirbeln, geht es beim Verband nicht immer zu. Das regelmässige Off-Snow-Training ­– also jenes abseits des Schnees – kann momentan nämlich nur unbefriedigend durchgeführt werden: Je nach Leistungsstufe muss mehrmals täglich trainiert werden, wobei zumutbare Hallenzeiten selten verfügbar oder die ­benötigten Geräte zentral nicht vorhanden sind. «Deshalb finden unsere Trainings momentan zu Randzeiten und weit in der Region verteilt statt», erzählt Benjamin Anliker, Trainer und Vorstandsmitglied der Boarding Association Berne (Babe).

Skateboard statt Snowboard

Diese Zustände sollen sich künftig verbessern: Damit der Nachwuchs besser trainieren kann, will der Verband eine eigene Trainingsanlage in einer bestehenden Lagerhalle einrichten. In dieser sollen neben Trampolinen auch eine Startanlage, auf welcher der Start im Ski- und Snowboardcross geübt werden kann, sowie zwei Skaterampen fest verbaut werden. «Skaten macht nicht nur Spass, sondern ist auch mit dem Snowboarden verwandt», erklärt Anliker, «deshalb stehen wir möglichst ganzjährig auch auf dem Skateboard.»

Aktuell fehle es im Raum Bern jedoch an ­geschützten Skateparks, auf ­welchen die Kids bei jedem Wetter skaten können. Anliker rühmt zwar die Skatebowl bei der Reitschule – «jedoch brauchen un­sere Athleten eine Trainingsinfrastruktur, die sie während der von der Sportschule gewähr­ten Zeitfenster exklusiv nutzen ­können.»

Alles oder nichts

Via Crowdfunding wird Geld für die Trainingsanlage gesammelt. Dabei gilt das Alles-oder-nichts-Prinzip: Entweder gelingt es bis zum 26. Mai um 23.59 Uhr, den Mindestbetrag von 50'000 Franken zu sammeln, oder die zugesicherten Beiträge bleiben bei den Spendenden.

Seit dem 6. April läuft das ­Finanzierungsprojekt. Die erste Unterstützung kam schnell zusammen: Innerhalb von fünf Tagen konnte der Verband, dank dem Aufruf in sozialen Medien, fast 100 Unterstützende für sich gewinnen, welche die ersten 20'000 Franken zusicherten. Inzwischen befinden sich von fast 200 Spendenden über 35'000 Franken auf dem Konto.

Anliker und seine Verbandskollegen sind entsprechend zuversichtlich und weisen auf das eigentliche Ziel hin: «Wir möchten den Mindestbetrag deutlich übertreffen und 75'000 Franken erreichen.» Damit könnte die Trainingsanlage von Beginn an voll ausgestattet werden, was eine raschere Vermietung an interessierte Partnerverbände ermöglichen würde. «Die bisherigen Rückmeldungen in den direkten Gesprächen und die fortlaufende Spendenbereitschaft zeigen uns, dass wir dafür grundsätzlich auf einem guten Kurs sind», so Anliker.

Weitere Infos zur Spendensammlung unter www.snowboard-babe.ch.

Berner Zeitung

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