Ein neues Zentrum auf der Autobahn

Thörishaus

Nach Köniz will auch Neuenegg das zweigeteilte Dorf voranbringen. Eine längere Autobahnüberdeckung soll Raum für ein neues Zentrum schaffen. Und neue Verbindungen ermöglichen.

Erst eine Idee: Die Autobahnabdeckung könnte dereinst Richtung Flamatt verlängert werden.

Erst eine Idee: Die Autobahnabdeckung könnte dereinst Richtung Flamatt verlängert werden.

(Bild: Manuel Zingg)

Stephan Künzi

Köniz hat mit der Überbauung beim Bahnhof Thörishaus Dorf den Anfang gemacht. Nun will es Neuenegg der Nachbarin jenseits der Sensemattstrasse, die die unsichtbare Grenze zwischen den beiden Gemeinden markiert, gleichtun. Thörishaus soll zu einer Siedlung mit einem Zentrum werden, das seinen Namen verdient. Zwar weiterhin mit dem alten Schulhaus und dem Dorfbrunnen, aber ohne die Baracke, in der bis 2016 Denner geschäftete. Und ohne den nicht sonderlich einladenden Parkplatz, der von Gesetzes wegen ohnehin gar keiner sein dürfte

.Zu diesem Zweck hat die Gemeinde Neuenegg die Arealentwicklerin Halter AG beauftragt, Ideen für das Zentrum von Thörishaus zu entwickeln. Und gleich festgestellt: Für das tägliche Leben ist nicht einmal so sehr die unsichtbare Gemeindegrenze in der Sensemattstrasse das Problem. Sondern die Autobahn, die das Dorf ein paar Meter weiter im Westen durchquert.

Das vierspurige Strasse zerschneide das Dorf in zwei kaum mehr miteinander verbundene Teile, hielt Projektleiterin Deborah Eggel vor dem Ortsverein Thörishaus fest. Direkte Verbindungen von der einen Seite zur anderen gebe es kaum, in der Regel seien grosse Umwege über die Sensemattstrasse nötig.

Vor diesem Hintergrund regte sie an, die bestehende Autobahnüberdeckung gegen Flamatt hin ein Stück weit zu verlängern. Darauf sowie auf den angrenzenden, zum Teil noch landwirtschaftlich genutzten Flächen sei eine Überbauung mit zum Beispiel einem Laden denkbar, ein Zentrum also, das die beiden Teile wieder zusammenführe. Eine erste Hürde auf dem Weg dahin ist bereits ­genommen: Das verantwortliche Bundesamt für Strassen habe sein grundsätzliches Einverständnis signalisiert, führte Eggel aus. Gleichzeitig betonte sie, dass all das nicht heute und morgen passiert. Zu gross ist die Zahl der Landeigentümer, die ins Boot geholt werden müssen, kurz: Im allerbesten Fall werde im Jahr 2025 eine erste Etappe bezugs­bereit sein, so Eggel.

Bis dahin versucht die Gemeinde, die Baracke zwischennutzen zu können. Und auch Autos dürfen weiterhin abgestellt werden, auch wenn der Statthalter letztes Jahr festgestellt hatte, dass die aktuellen Vorschriften fürs Areal das Parkieren verbieten. Man werde weiterhin nicht büssen, bekräftigte Gemeindepräsident René Wanner (SVP).

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