Ein neuer Anlauf

Schwarzenburg

Die Gemeindeversammlung Schwarzenburg wird über die Sanierung des Gemeindehauses abstimmen. Kostenpunkt: mehr als eine halbe Million Franken.

Das Schwarzenburger Gemeindehaus (rechts) wurde Anfang des letzten Jahrhunderts gebaut. Es soll saniert werden.

Das Schwarzenburger Gemeindehaus (rechts) wurde Anfang des letzten Jahrhunderts gebaut. Es soll saniert werden.

(Bild: Enrique Muñoz García)

Nachdem die Schwarzenburger Bevölkerung 2013 einen Kredit von 8 Millionen Franken für die Sanierung des Gemeindehauses abgelehnt hat, soll nun eine Minimalvariante zum Tragen kommen: ohne Anbau und ohne Neubauten mit Einstellhalle auf dem dahinterliegenden Leimern­areal.  

Vor fast zwei Jahren hatte die Gemeinde bekannt gegeben, dass drei Architekturbüros eine Testplanung durchgeführt hatten. Die Studie von Ernst Gerber Architekten + Planer war danach in den Fokus gerückt. Das Beurteilungsgremium, eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Daniel Gilgen, hatte empfohlen, Gerbers Projekt weiterzuverfolgen. Dieses hatte vorgesehen, das Gemeindehaus unverändert zu lassen und das Leimern­areal mit mehreren kleineren ­Gebäuden zu überbauen.

«Das werden wir zu einem späteren Zeitpunkt anpacken und dafür Investoren suchen», sagt Gemeindepräsident Martin Haller (SVP) und betont, dass er zum Zeitpunkt dieser Testplanungen noch nicht im Gemeinderat gewesen sei. Der zuständige Gemeinderat Andreas Kehrli verrät, dass im Januar darüber informiert werde, wie es mit dem Leimernareal weitergehen solle.

«Wurde nicht informiert»

Jetzt liegt ein Sanierungsprojekt für das Gemeindehaus vor, das aber nicht Ernst Gerbers Büro, sondern die Rollimarchini Architekten AG plant. Dieses Büro habe sich schon früher mit der Sanierung des Gemeindehauses beschäftigt und komme deshalb zum Zug, sagt Daniel Gilgen.

Über diese Entwicklung zeigt sich Architekt Ernst Gerber «irritiert», wie er sagt. Ihm sei von der Gemeinde eine «transparente und regelmässige Information über die Projektfortschritte» versprochen worden. «Ich habe mich mehrmals erkundigt, wurde aber vertröstet. Man sagte mir, man komme Ende Jahr auf mich zu.» Bis jetzt hat Gerber von der Gemeinde Schwarzenburg aber keinerlei Informationen erhalten, was er – gelinde ausgedrückt – alles andere als korrekt findet. 

Hoher Sanierungsbedarf

Am Gemeindehaus sollen nur gerade die dringendsten Sanierungsarbeiten ausgeführt werden. Das ist einiges: Das Dachgebälk des 111-jährigen Gebäudes ist morsch, die Ziegel lassen sich deshalb schlecht verankern. Die Zugänge des Hauses sind alles andere als behindertengerecht, und die Isolation ist mangelhaft, was hohe Energiekosten verursacht. Das Einbauen eines Lifts ist vorgesehen, ein neuer Schalterbereich ebenfalls, und die Dachwohnung soll in Räume für die Verwaltung umgebaut werden.

Um die umfassende Sanierung realisieren zu können, schlägt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember einen Kredit von 532000 Franken vor. Dieser Betrag soll nicht nur die Planungs- und Projektkosten decken, sondern auch bereits getätigte Projektarbeiten zu 265650 Franken. Die restlichen rund 295000 Franken sind für das definitive Ausarbeiten des Bauprojekts gedacht. Die Gesamtkosten für die Sanierung des Gemeindehauses inklusive Auslagerung der Verwaltung während der Bauphase werden heute auf 5,5 Millionen Franken geschätzt. 

Über den Baukredit für die Sanierung werden die Stimmberechtigten zu einem späteren Zeitpunkt an der Urne entscheiden. 

Nicht für alle Platz

Am Schwarzenburger Gemeindehaus nagt der Zahn der Zeit. Deshalb hofft Martin Haller auf einen Baubeginn spätestens 2020. Aber auch wenn alles plangemäss läuft, gibt es noch ein Problem zu lösen: Die Gemeindeangestellten müssen während der Sanierungsarbeiten ausgelagert werden, denn diese dauern mindestens zwei Jahre lang. Für die gesamte Verwaltung wird aber auch nach der Sanierung nicht Platz im Hause vorhanden sein. Wie bis anhin wird die Bauverwaltung im Tätschhaus an der Freiburgstrasse 8 bleiben, und der Sozialdienst soll extern untergebracht bleiben.

Schwarzenburg: Gemeindeversammlung, Montag, 10. Dezember, 20 Uhr, Pöschensaal. 

Berner Zeitung

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