Köniz

Ein Flohmi gegen ein Tabu

KönizRebecca Lakomy und Lisa Läng wollen Opfer von sexueller Gewalt helfen. Und dies mit einem kreativen Ansatz: einem Flohmarkt an ihrer alten Wirkungsstätte, dem Gymnasium Köniz-Lerbermatt.

Rebecca Lakomy und Lisa Läng bringen das Thema sexuelle Gewalt an die Öffentlichkeit.

Rebecca Lakomy und Lisa Läng bringen das Thema sexuelle Gewalt an die Öffentlichkeit. Bild: Urs Baumann

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Es fing an mit ‹Müpfe und Houe›, und mit Vergewaltigung hat es geendet.» Eine Frau – mitten im Leben, verheiratet, zwei Kinder – erzählt von der Nacht, welche ihr Leben für immer verändern sollte. Gewaltsam wurde sie zu Sex gezwungen. Eine Vergewaltigung. Der Haken: Der Täter war ihr damaliger Ehemann.

Sexuelle Gewalt in der Ehe: Rebecca Lakomy, einst Schülerin des Gymnasiums Köniz-Lerbermatt, befasste sich damit in ihrer Maturaarbeit. «Ich wollte ein Tabu ansprechen», begründet die junge Bernerin ihre Themenwahl. Zwei Jahre sind seither vergangen. Aber das Thema «Sexuelle Gewalt» beschäftigt die 20-Jährige, die mittlerweile in Basel Pharmazie studiert, immer noch. Gerade auch wegen des Schicksals der eingangs erwähnten Frau. Mit ihr konnte Lakomy im Rahmen ihrer Arbeit ein langes Gespräch führen, und was sie dabei zu hören bekam, liess sie bis heute nicht mehr los.

Die Leute sensibilisieren

Für Betroffene, wie die damalige Interviewpartnerin, will Lakomy nun zusammen mit Schulkollegin Lisa Läng Geld sammeln. Flohmi gegen sexuelle Gewalt steht auf dem hübsch gestalteten Flyer, der auf den Anlass von Samstag hinweist. Die Idee: in der Aula des Gymnasiums Köniz-Lerbermatt wird ein Flohmarkt stattfinden, bei dem der grosse Teil der Einnahmen der Organisation Lantana gespendet wird. Diese Fachstelle berät und unterstützt Opfer von sexueller Gewalt. Zudem werden in einer gut einstündigen Diskussion verschiedene Referenten zum Thema Stellung nehmen.

Letztlich gehe es neben dem Sammeln von Spenden auch darum, die Leute zu sensibilisieren, sagt Mitorganisatorin Lisa Läng. Sie hat Lakomys Arbeit damals gegengelesen und kämpft seither mit ihr zusammen dafür, dass die Thematik in der Öffentlichkeit nicht totgeschwiegen wird.

Nicht nur die Öffentlichkeit gibt sich zurückhaltend, auch die Opfer sind es. Und zwar, wenn es darum geht, ihre Täter anzuzeigen. Die Beweisbarkeit ist schwierig, die psychische Belastung während des Prozess ist gross. Und: Eine Gerichtsverhandlung kann Jahre dauern. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.10.2015, 07:25 Uhr

Artikel zum Thema

Bärner Meitschi im (Ver-)Kaufrausch

Bern Zum zweiten Mal haben die Bloggerinnen der Bärner Meitschi einen Flohmarkt organisiert. Und das Treiben im Wartsaal in Bern war auch in diesem Jahr bunt. Mehr...

Kleider-Flohmi im Rondel

Bern Am Freitag findet im Berner Club Rondel der erste Kleiderflohmarkt statt, der von den Bloggerinnen «Bärner Meitschi» veranstaltet wird. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Blogs

Foodblog Als Meret Oppenheim vom Marzili träumte

Bern & so Freier Kopf

Service

Schnelle Info für zwischendurch

Lesen Sie die Nachrichten aus der Region in Echtzeit.

Die Welt in Bildern

Sonnenbaden mit gummigem Halsband: Dieses Krokodil trägt schon seit zwei Jahren einen Pneu um den Hals.
(Bild: Antara Foto/Mohamad Hamzah/ via REUTERS) Mehr...