Ein erstes klares Ja zur neuen ARA

Münchenwiler

82 Ja, 7 Nein: Mit Münchenwiler bekennt sich die erste Gemeinde zum ARA-Projekt in Muntelier.

Die ARA Muntelier soll auf Vordermann gebracht werden.

Die ARA Muntelier soll auf Vordermann gebracht werden.

(Bild: Aldo Ellena)

Stephan Künzi

Die zwölf Freiburger Gemeinden hatten längst abgestimmt. Doch weil das Ergebnis des Urnengangs vom Wochenende nach dem Willen der Verantwortlichen vorerst geheim bleiben musste, waren die Leute im bernischen Münchenwiler am Montagabend die Ersten, die ihre Meinung zur ARA Seeland-Süd öffentlich kundtaten. Sie machten dies mit klarem Mehr: Mit 82 gegen 7 Stimmen bewilligten sie die 62,9 Millionen Franken für den umstrittenen Um- und Neubau der Abwasserreinigungsanlage in Muntelier.

Diskutiert wurde an der Gemeindeversammlung nicht mehr. Gemeindepräsidentin Priska Marti stellte gleich von allem Anfang an klar, dass ihrer Meinung nach alles klar sei: Die Stimmberechtigten im Kanton Freiburg hätten sich bei ihrem Entscheid ja auch nur auf die schriftlichen Unterlagen abstützen können, argumentierte sie. Weil zudem in den Medien breit über das Für und Wider geschrieben worden sei, gehe sie davon aus, dass alles klar sei.

In der Folge gab es tatsächlich nur noch eine Antwort. Ein Anwesender wollte wissen, wie viel Münchenwiler ans Projekt zahlen müsse. Rund 950'000 Franken, lautete die kurze Antwort, und schon wurde abgestimmt. Nicht schriftlich, wie es Präsidentin Marti eigentlich angeregt hatte: Weil sich neben ihr nur ein paar wenige für eine geheime Stimmabgabe aussprachen, fiel der Entscheid offen mit dem Handzeichen.

Nun der Verband

Mit einiger Spannung sehen nun viele in der Region dem Dienstagvormittag entgegen. Dann endlich will der Trägerverband der ARA Seeland-Süd informieren. Die Verantwortlichen hatten sich das Recht, so lange zuzuwarten, im Vorfeld des Urnengangs herausgenommen. Ungeachtet dessen, dass das Gesetz im Kanton Freiburg eigentlich die unmittelbare Bekanntgabe am Sonntag vorsähe: Weil das Freiburger Gesetz bei solchen Abstimmungen auch Gleichzeitigkeit vorsieht, wollten sie wenigstens noch den Entscheid aus Münchenwiler abwarten.

Die Vorlage gilt als angenommen, wenn 9 der 17 Verbandsgemeinden sowie eine Mehrheit der Stimmenden Ja sagen. Dieses Quorum ist mit der Information vom Dienstagvormittag vielleicht schon erreicht – dann sind die Resultate aus den vier restlichen Berner ARA-Gemeinden, die das Geschäft an ihren Gemeindeversammlungen erst noch behandeln werden, eigentlich nicht mehr von Belang.

Gegen die Vorlage läuft eine laute Opposition Sturm. Sie fürchtet einerseits hohe Kosten, andererseits eine Verschmutzung des Murtensees.

Berner Zeitung

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