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«Ein Chaos»: Berner Stadtrat übt Kritik an Schulraumplanung

Der Berner Stadtrat kritisiert die Schulraumplanung des Gemeinderats. Er habe die stark steigenden Schülerzahlen nicht kommen sehen und nun Schulprovisorien gebaut. Diese seien ein Standortnachteil.

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Sie stand im Zentrum der Kritik des Stadtrats: Gemeinderätin und Schuldirektorin Franziska Teuscher.
Sie stand im Zentrum der Kritik des Stadtrats: Gemeinderätin und Schuldirektorin Franziska Teuscher.
Urs Baumann

Das Berner Stadtparlament erwartet von Gemeinderat und Verwaltung eine sorgfältigere Schulraumplanung. Das kam am Donnerstag bei der Diskussion eines dringlichen Vorstosses zum Ausdruck, den die Fraktionen SP, GFL/EVP und BDP/CVP gemeinsam eingereicht hatten.

Aktueller Anlass für die Interpellation war die Schulraumnot im Stadtteil Mattenhof-Weissenbühl. Dort stiegen die Schülerzahlen derart an, dass im Hinblick auf das soeben gestartete Schuljahr fünf Klassen neu geschaffen werden mussten. Weil zu wenig Platz vorhanden war, erstellte die Stadt kurzfristig Schulraumprovisorien in Form von zwei Modulbauten.

An der letzten Sitzung vor den Sommerferien hatte der Stadtrat für den zusätzlichen Schulraum Kredite von fast 10 Millionen Franken genehmigt - und zwar Projektierungs- und Baukredite gleichzeitig, weil es schnell gehen musste. Der Gemeinderat gab an, von den steigenden Schülerzahlen überrascht worden zu sein.

Provisorien als «Standortnachteil»

Bereits bei den Kreditvorlagen war im Parlament Kritik an der «Feuerwehrübung» laut geworden, am Donnerstag doppelte die Legislative nun nach. Die Stadt hätte den Engpass beim Schulraum voraussehen und viel früher darauf reagieren müssen, lautete der Tenor.

Neben Kindern und Eltern sei auch die Lehrerschaft vom «Schulraum-Chaos» stark betroffen, stellte Interpellantin Gisela Vollmer (SP) fest. Die Sozialdemokraten reichten am Donnerstag zusätzlich einen Vorstoss für die Schaffung einer Fachstelle Schulraumplanung ein.

Von einer «unzumutbaren Situation» sprach auch Christoph Zimmerli namens der FDP-Fraktion. Schulraum brauche eine Gesamtplanung über Jahre. Provisorien erschwerten einen qualifizierten Schulunterricht. Vernachlässige die Stadt ihre Schulen, drohe dies zum Standortnachteil zu werden.

Teuscher: Anstieg erst 2010

«Genügend und zeitgemässer Schulraum ist mir sehr wichtig», konterte die Adressatin der Kritik, Gemeinderätin und Schuldirektorin Franziska Teuscher (GB). Zwar verfüge die Stadt über Planungsinstrumente für die Schülerzahlen, doch zuverlässige Prognosen seien schwierig.

Die Schülerzahlen seien erst seit 2010 angestiegen, sagte Teuscher, vorher sei die Bevölkerungszahl der Stadt Bern lange rückläufig gewesen oder habe stagniert. Dass es mehr Kindergärteler und Schulkinder gibt, ist gemäss Gemeinderat eine Folge der familienfreundlichen Wohnbaupolitik.

Laut Teuscher steht der Gemeinderat hinter der Lösung mit den Modulbauten. Diese erlaubten es der Stadt, flexibel zu reagieren. Bereits sei absehbar, dass es auch im Schuljahr 2015/2016 zusätzlichen Schulraum brauchen werde.

Insgesamt verfügt die Stadt Bern über 40 Schulareale mit rund 150 Schulgebäuden, verteilt auf 24 Schulstandorte.

(SDA)

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