Zum Hauptinhalt springen

Ein Cabaret beim Flughafen

Beim Flughafen soll es bald einen Nachtklub geben. Die Betreiber des Airport-Hotels planen, in der Sky Bar einen Cabaretbetrieb zu führen.

Im Hotel-Restaurant beim Flughafen Bern-Belp soll es in Zukunft auch einen Cabaretbetrieb geben. Das Gesuch zur Umnutzung der Sky Lounge läuft.
Im Hotel-Restaurant beim Flughafen Bern-Belp soll es in Zukunft auch einen Cabaretbetrieb geben. Das Gesuch zur Umnutzung der Sky Lounge läuft.
Andreas Blatter

Das Airport-Hotel auf dem Flughafen Bern-Belp will seine Sky Bar nicht mehr weiter betreiben. In den Räumen im ersten Obergeschoss ist ein «Cabaret-Nachtbetrieb» geplant, wie einer Baupublikation im Anzeiger zu entnehmen ist. Eingeschlossen ist eine generelle Überzeitbewilligung bis 2 Uhr nachts.

Kein Bedarf für die Bar

Die Sky Bar ist schon seit einigen Monaten zu. «Sie war zu wenig ausgelastet, es kam niemand», bestätigt Ernst Bürki, Mitbesitzer des Airport-Hotels, eine Aussage gegenüber der Zeitung «Der Bund». In allen Bereichen des Hotels sei ein massiver Rückgang festzustellen, so Bürki. «Das hängt mit den Fluggesellschaften zusammen, die kommen und gehen.»

Er versuche, jede Ecke des Betriebs zu beleben, deshalb sei er auf die Idee des Nachtklubs gekommen. Nicht zuletzt wegen der Lage des Flughafens abseits von Wohnquartieren. Es werde keinen Lärm und nur wenig Autoverkehr geben, so Bürki. Nun soll die Bar leicht angepasst werden. Zusätzlich zum bestehenden Interieur ist eine kleine Bühne geplant. Es sei ein klassischer Cabaretbetrieb mit Tänzerinnen und Striptease vorgesehen, sagt Bürki. Aber: «Es wird kein Bordell.»

Er vergleicht das Lokal mit dem Red Ox Nightlife in Thun, einem Nachtklub, in dem auch knapp bekleidete Tänzerinnen zu sehen sind. «Wir werden das Lokal sehr anständig führen», beteuert Gastronom Bürki, der mit seiner Frau 2008 im Hotel beim Flughafen Bern-Belp einstieg.

In der Flughafenzone erlaubt

Allfällige Gegner eines Nachtklubs dürften es schwer haben. Denn das Airport-Hotel liegt in der Flughafenzone, in der Gewerbebetriebe erlaubt sind. «Auch ein Nachtklub kann dort betrieben werden, das entspricht der Baugesetzgebung», sagt der Belper Gemeindepräsident Rudolf Neuenschwander (SP) gegenüber dieser Zeitung. Das sei Gewerbefreiheit.

«Ich habe kein Recht, moralische Aspekte ins Feld zu führen.» Es sei möglich, dass der Gemeinderat dem Regierungsstatthalter als Bewilligungsinstanz den Wunsch mitteile, der Cabaretbetrieb dürfe nicht zu einem Stundenhotel werden. «Aber den Moralapostel will ich nicht spielen», sagt der Gemeindepräsident.

Belper Bordell ohne Probleme

In Belp gibt es ein Bordell – das Angels Studio an der Steinbachstrasse. Dort habe es bisher keine Reklamationen gegeben, sagt Neuenschwander. Mit einem Betrieb wie dem Angels Studio möchte Ernst Bürki seinen Nachtklub aber nicht verglichen wissen.

Nicht erbaut über die Pläne des Airport-Hotels ist Mathias Häberli, Direktor von Bern Airport, der Betreiberin des Flughafens. «Es ist fragwürdig, ob es der richtige Standort dafür ist», erklärte er dem «Bund». Wenn das Cabaret nicht zustande kommt, würde Ernst Bürki in der Bar Hotelzimmer einbauen.

BZ/hrh

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch