Ein Busbahnhof zum Nulltarif

Aarberg

In drei Wochen stimmt die Gemeinde Aarberg erstmals über den Migros-Neubau ab. Die Stimmung ist grösstenteils positiv.

<b>So soll der Migros-Neubau</b> in Aarberg einst aussehen. <i>Visualisierung: PD</i>

So soll der Migros-Neubau in Aarberg einst aussehen. Visualisierung: PD

Sheila Matti

Der Mann im grünen Pullover steht auf und ergreift erneut das Mikrofon. Dieses Mal fragt er, ob auf der gegenüberliegenden Seite des Ringwegs denn auch ein Trottoir geplant sei. Ein wenig Distanz zu seinem Wohnblock wäre gut, fügt er an: «Bereits heute fahren die Leute immer wieder über meine Rosen, wenn sie überstürzt aus der Ausfahrt hinausfahren.»

Es sind nur einzelne solche Wortmeldungen, die am Donnerstagabend in der Aarfit-Halle in Aarberg zu hören sind. Zum wiederholten Mal präsentiert der Gemeinderat die geplante Überbauung des Postareals an einem Infoanlass.

Geplant ist ein Neubau, der sowohl einen Supermarkt der Migros als auch Gewerbe- und Wohnraum sowie einen neuen Busbahnhof beherbergt. Es ist bereits die fünfte Infoveranstaltung zum Grossprojekt innerhalb von vier Jahren. In drei Wochen werden die Aarbergerinnen und Aarberger erstmals an der Urne über die nötige Zonenplanänderung abstimmen.

Der Verkehr als Knacknuss

Insbesondere die direkten Nachbarn des Areals äussern ihre Bedenken. Man fürchtet sich vor dem Lärm, der durch die Anlieferung der Migros entsteht, und wundert sich über einzelne Details der Verkehrsplanung – wie etwa den fehlenden Velostreifen entlang der Bahnhofstrasse.

Die meisten Fragen können Gemeinderat Adrian Hügli, der die Präsentation übernimmt, sowie die anwesenden Verkehrs- und Raumplaner oder die Vertreter der Migros Aare problemlos beantworten. Verkehrsingenieur Markus Hofstetter etwa erklärt, dass Fahrradstreifen in einer 30er-Zone nicht üblich seien. Dafür plane man überbreite Fahrbahnen, eine freie Querung sowie einen Fussgängerstreifen mit Ampel für die Schulkinder.

Ein Nullsummenspiel

Der Neubau erfüllt alle Anforderungen, welche die Gemeinde gestellt hat: Es entstehen ein neuer Busbahnhof sowie, durch den auf Höhe der Falkenbrücke liegenden Haupteingang, eine Verbindung zwischen Bahnhof und Altstadt.

Zudem durfte Adrian Hügli eine weitere gute Nachricht verkünden: Wie erhofft sollten für die Gemeinde durch den Neubau keine Kosten anfallen. Zwar müsste Aaberg für den Bushof theoretisch einen Anteil von rund einer halben Million übernehmen – dieser lasse sich aber komplett durch die Mehrwertabschöpfung der Migros finanzieren. So ergebe sich ein Nullsummenspiel, und Aarberg erhalte gewissermassen einen kostenlosen neuen Busbahnhof.

Entsprechend positiv ist der Grossteil der Rückmeldungen. Weitaus stärker als die wenigen kritischen Stimmen fallen jene ins Gewicht, welche dem Gemeinderat für die gute Arbeit danken und die darum bitten, in drei Wochen für den Neubau zu stimmen. Solche Wortmeldungen sind es schliesslich auch, die mit Applaus quittiert werden.

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