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Ein bisschen Ballenberg im Seeland

Unter dem Namen Erlebnishof bietet Volg auf dem Schüpberg einen Bauernhof zum Selbererkunden. Der Bauernhof ist Teil der neuen «Naturena» Seeland.

Neben Pferden hat es auf dem Bauernhof in Schüpfen auch viele andere Tiere.
Neben Pferden hat es auf dem Bauernhof in Schüpfen auch viele andere Tiere.
Beat Mathys

Es riecht nach Schweinen, und ein Esel trabt durch sein Gehege. Auf dem Bauernhof in Schüpfen scheint alles seinen gewohnten Lauf zu nehmen. Doch dann beginnt die Bernhardiner-Wachhündin zu bellen. Eine grosse Gruppe von Besuchern, viele chic gekleidet, laufen ihrem Guide hinterher um die Ecke und betrachten die neu installierten Infotafeln.

Dieses Schauspiel könnte sich genauso gut in einer Kunstgalerie abspielen. Der Bauernhof auf dem Schüpberg ist also alles andere als normal. Die Schilder laden zu einem selbstständigen Rundgang auf dem Hof ein. Das ist die Idee hinter dem Projekt Erlebnishof des Detailhändlers Volg.

Dieser will seinen Kunden den Ursprung der Lebensmittel näherbringen. Genau dort sieht auch der Gastgeber und Landwirt Martin Schlup den positiven Nutzen hinter dem neuen Projekt: «Wir wollen den Leuten zeigen, was die Vorteile an der regionalen Lebensmittelproduktion sind, und Werbung für die Schweizer Landwirtschaft machen.»

Bewährtes Konzept

Das Konzept der Erlebnishöfe ist nicht neu. Volg gehörte jedoch zu den Ersten, die ein solches Projekt in Angriff nahmen. Im st.-gallischen Werdenberg lancierte das Unternehmen 2003 die erste Volg-«Naturena». Zu diesem Naturerlebnis gehört nicht nur ein Hof, sondern auch ein Lawinenschutzwald und ein Sinnespfad. Mit der gleichen Kombination aus Pfad, Naturprojekt und Bauernhof sind im Thurgau, im Aargau und in Zug drei weitere Erlebniswelten entstanden.

Der Hof auf dem Schüpberg, nördlich von Bern, dient als Grundstein für ein solches Projekt im Berner Seeland. Dieses wurde am Mittwoch feierlich eingeweiht. Bei seiner Eröffnungsrede muss der Vorsitzende der Volg-Geschäftsleitung, Ferdinand Hirsig, aber zugeben, dass die Seeländer «Naturena» noch nicht komplett ist: «Für den Bau des Sinnespfads bekamen wir erst Anfang Monat grünes Licht, dieser wird voraussichtlich Ende August eröffnet.»

Das Interessante am Hof der Familie Schlup sieht Tamara Scheibli, die Kommunikationsleiterin von Volg, in dessen Vielseitigkeit: «Ackerbau, Obstkulturen, Mutterkühe, Mastschweine und viele andere Tiere sind an einer fantastischen Lage vereint.» Neben dieser Vielfalt ist für sie aber auch das Auftreten der Gastgeber sehr wichtig. «Die Bauernfamilie ist initiativ, engagiert und offen», erklärt Scheibli. Zudem setzt der Betrieb am Schüpberg schon länger auf die Vermarktung von eigenen, saisonalen Produkten.

Die Bauernfamilie ist allerdings nicht als «Touristenführer» angestellt. Die Gastgeber verdienen ihren Haupterwerb durch die Landwirtschaft und bieten somit einen authentischen Einblick in den normalen Bauernalltag. Wer in Schüpfen Landgutromantik erwartet, ist definitiv am falschen Ort. Der Betrieb wird genau gleich weitergeführt wie vor der Zusammenarbeit mit Volg.

Die Gastgeberfamilie ist sich Besucher auf dem Hof bereits gewohnt: «Als wir Bernhardiner züchteten, kamen viele Leute, um die Welpen zu bestaunen.» Um etwas Privatsphäre zu wahren, ist ihr privater Garten eingezäunt. Schlup und seine Familie profitieren von der Zusammenarbeit mit Volg vor allem durch die Werbung für den eigenen Verkauf ab Hof. Mit seiner Politkarriere habe der Erlebnishof nichts zu tun, sagt der Hofbesitzer, der für die SVP im Grossen Rat politisiert.

Bastelkurs und Jassturnier

Neben den Informationstafeln, die zu einem selbstständigen Hofrundgang einladen, werden auf dem Betrieb auch verschiedenste Events stattfinden. Dazu gehören Bastelkurse, Jassturniere oder Brunchs. Über 44000 Gäste besuchen jährlich die fünf Volg-Erlebnishöfe und -Sinnespfade. Ein Viertel davon als Spontanbesucher für einen Hofrundgang.

Von Ende März bis Ende Oktober ist der selbstständige Besuch täglich möglich. Beim benachbarten Schüpbärg-Beizli sind genügend Parkplätze vorhanden. Für ÖV-Reisende ist die Anreise deutlich anstrengender: Die nächstgelegene Bushaltestelle ist über 20 Gehminuten entfernt. Wer diesen Fussmarsch wagt, kann sich, am Ziel angekommen, mit der Aussicht auf die Jurakette belohnen.

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