Münchenbuchsee

Ein «attraktives» Quintett

MünchenbuchseeDie fünf Kandidaten fürs Gemeindepräsidium stellten sich den Fragen von Gewerblern. Einig waren sich die fünf Männer darin, dass Buchsi heute attraktiv ist. Ihre Ideen und Vorstellungen für die Zukunft decken sich hingegen nicht.

Diese fünf Männer hoffen auf möglichst viele Stimmen bei den Präsidiumswahlen am 27. November (von links): Manfred Waibel (SVP), Peter Stucki (GFL), Ruedi Löffel (EVP), Michel Gygax (BDP) und Fred Gerber (SP).

Diese fünf Männer hoffen auf möglichst viele Stimmen bei den Präsidiumswahlen am 27. November (von links): Manfred Waibel (SVP), Peter Stucki (GFL), Ruedi Löffel (EVP), Michel Gygax (BDP) und Fred Gerber (SP). Bild: Beat Mathys

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Hätte jemand genau protokolliert, wie oft die fünf Kandidaten das Wort «attraktiv» ausgesprochen haben, die Strichliste wäre lang geworden. Eine kleine Auswahl: Buchsi als attraktives Dorf (Ruedi Löffel, EVP) oder attraktive Gemeinde (Manfred Waibel, SVP), attraktiv für junge Familien (Peter Stucki, GFL) oder Forderungen nach einem attraktiven Zentrum (Michel Gygax, BDP) und einer attraktiven Oberdorfstrasse (Fred Gerber, SP).

Die fünf Männer wollen die Nach­folge von Elsbeth Maring (SP) antreten, die auf Ende 2016 demissioniert. Am Wahlpodium vor über 150 Interessierten, organisiert von KMU Münchenbuchsee, legten die fünf Kandidaten dar, wie sie die Gemeinde führen und weiterentwickeln wollen. Alles unter dem Aspekt der knappen finanziellen Mittel.

Enges finanzielles Korsett

Peter Stucki hofft auf zusätzliche Steuerzahler dank neuen Siedlungen. Fred Gerber warnte davor, den Spargürtel zu lockern. Ruedi Löffel plädierte dafür, zuerst die Wünsche und Dienstleistungen festzulegen und danach entsprechend Steuern zu erheben.

«Eine der ersten Aufgabe des neuen Gemeinderates wird es sein, die Investitionen zu priorisieren», sagte Manfred Waibel. Auf einem «guten, aber noch langen Weg» sieht Michel Gygax die Gemeinde. Sorgen bereiten ihm die steigenden Abgaben in den kantonalen Lastenausgleich.

Lange drehte sich die Diskussion um das Dorfzentrum mit der Oberdorfstrasse. Wie kann das Lädelisterben gestoppt werden? Wie kann die Verkehrsproblematik an dieser wichtigen Achse gelöst werden? Wie kann das Zentrum – richtig – attraktiver werden? Zu diesem Thema gingen die Ansichten der Kandidaten stark auseinander.

Gar nicht gut an kam bei einigen Leuten im Publikum die Idee von Löffel, auf der Oberdorfstrasse eine Begegnungszone einzurichten, ähnlich wie im Zentrum von Köniz. Der Autofahrer verliere dadurch nur ein paar Sekunden, und die gegenseitige Rücksichtnahme sei fundamental.

Einfach Parkplätze zu streichen, sei keine Lösung, monierte Waibel. Wer sein Auto nicht parkieren könne, fahre gleich weiter ins Shoppyland. Es müsse Parkplätze haben für Autos und Velos, sagte Gygax. Der Gedanke, «mehr Parkplätze bedeute mehr Kunden», stimme nicht, sagte Stucki. Läden mit Schaufenstern könnten am besten zu Fuss erkundet werden.

Das Verkehrsproblem fange nicht erst in Münchenbuchsee an, erklärte Gerber. Dieses könne nur gemeinsam mit den Nachbargemeinden gelöst werden. Man dürfe nicht die Verkehrsmittel gegeneinander ausspielen, warnte Manfred Waibel.

Offensiv informieren

Wie würden die Kandidaten als neuer Präsident die Gemeinde führen, ein KMU mit 10 000 Kunden und Dutzenden Angestellten? «Es ist wichtig, dass man das Ziel kennt», sagte Michel Gygax. Und die Aufgaben und Kompetenzen verteile. Die Mitarbeitenden müssten sich wohl fühlen und ihre Ideen einbringen können, ergänzte Fred Gerber.

Ruedi Löffel würde den Kontakt zur Bevölkerung suchen, weil «die Politik heute zu weit weg ist». Peter Stucki möchte auf einen «kooperativen Führungsstil» setzen und den Gemeinderat einmal bekochen, zur Teambildung. Waibel würde darauf setzen, dass alle am gleichen Strick ziehen, Entscheidungen mittragen und Verantwortung übernehmen.

In einem Bereich gibt es Nachholbedarf, darin waren sich alle fünf einig: Die Kommunikation muss besser, offensiver und transparenter werden, sowohl intern als auch extern. Eine gute Information zahle sich aus und beuge Gerüchten vor. Es könne aber auch eine Gratwanderung sein, wenn man zu früh informiere. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.10.2016, 20:15 Uhr

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