Eierfärben nach traditioneller Art

Kriechenwil

Die Mitglieder des Seniorinnenturnclubs färbten mehr als 100 Eier für den Ostermärit. Eltern spenden 200 weitere, und die Schulkinder kümmern sich um den Verkauf.

<b>Gemeinsam gehts besser.</b> Ida Gosteli (rechts) hat den Strumpf um das Ei festgezurrt, Erika Hänni kappt den Faden mit der Schere.

Gemeinsam gehts besser. Ida Gosteli (rechts) hat den Strumpf um das Ei festgezurrt, Erika Hänni kappt den Faden mit der Schere.

(Bild: Nicole Philipp)

Acht Frauen sitzen im Mehrzwecksaal des Kriechenwiler Gemeindehauses zusammen. Vor ihnen stehen Kartons mit Eiern, liegen frische Blätter, Gräser und Blüten. Diese werden mit Wasser angefeuchtet, auf die Eier gepappt und fest mit Stücken transparenter Damenstrümpfe fixiert.

Die weisshaarigen Seniorinnen haben Routine. Jede von ihnen hat diese traditionsreiche Technik von ihren Müttern und Grossmüttern gelernt.

Blasser Zwiebelsud

Auf dem Herd stehen zwei dampfende Pfannen mit einem Sud aus Zwiebelschalen. Sorgfältig legt die 79-jährige Nelly Begert die eingepackten Eier in die kochende Flüssigkeit, stellt die Stoppuhr auf 10 Minuten und wartet. Als die Uhr schrillt, nimmt sie ein Ei heraus, packt es aus und sagt: «Oje, die sind aber blass!»

Ihre Kollegin Dora Rufener (72) schaut und meint: «Das sind Albino-Ostereier.» Alle lachen. Der Zwiebelsud ist etwas schwach. Die Pflanzenabdrücke heben sich nicht so stark von der Farbe ab wie erwünscht.

Gespendete Eier

Dora Rufener erzählt, dass die Schule Kriechenwil den Turnseniorinnen jedes Jahr rund 100 Eier spende, welche sie mit der traditionellen Technik verschönern. Die Frauen arbeiten gratis. Um ihnen den Nachmittag zu versüssen, haben sie von der Lehrerschaft zwei Schokoladehasen erhalten.

Es sei ja für einen guten Zweck, das heisst, für die Schule. Denn der Erlös des Eierverkaufs fliesst in die Kasse der Kriechenwiler Basisstufe sowie der 3. bis 6. Klasse Zu 1.50 Franken verkaufen die Schulkinder die Eier am Ostermärit.

Damit sich das Ganze lohnt, spenden die Eltern zusätzlich weitere 200 Eier, diese haben sie mit der gleichen Technik gefärbt und verziert.

Weil die ersten fertigen Eier so blass sind, hat Nelly Begert ein halbes Dutzend Schwarzteebeutel in den Zwiebelschalensud gelegt. Die Eieruhr schrillt, und ­siehe da: Diese Eier sind wunderschön geworden. Die hellen Pflanzenabdrücke heben sich jetzt gut ab von der rotbraunen Farbe. Das gute Ergebnis beschwingt die Seniorinnen. Im Handumdrehen sind 110 Eier ­gefärbt. Der Ostermärit kann kommen.

Ostermärit. Kriechenwil, Schulhaus. So, 11. März, von 9 bis 16 Uhr.

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