Ehrendoktor für seinen «beharrlichen Einsatz»

Pfarrer Hartmut Haas wurde am Dies academicus zum Ehrendoktor ernannt. Er habe die Idee, in Bern ein Haus der Religionen zu schaffen, jahrelang ­­ be­harrlich verfolgt.

Unermüdlich hat sich Hartmut Haas für das                 Haus der Religionen eingesetzt, jetzt erhielt er dafür die Ehrendoktorwürde.

Unermüdlich hat sich Hartmut Haas für das Haus der Religionen eingesetzt, jetzt erhielt er dafür die Ehrendoktorwürde. Bild: Stefan Anderegg

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Seit Samstag ist Hartmut Haas Dr. h. c. Hartmut Haas. Dem 67-jährigen Theologen und Pfarrer wurde von der Theologischen Fakultät der Universität Bern am Dies academicus die Ehrendoktorwürde (honoris causa) verliehen. Es ist die höchste Auszeichnung, welche die Universität vergibt.

Geehrt wurde Hartmus Haas, «weil er die Idee, in Bern ein Haus der Religionen zu schaffen, über viele Jahre beharrlich verfolgt hat», wie es in der Laudatio heisst. Auch habe er zur Umsetzung der Idee massgeblich beigetragen. Mit grossem Engagement leiste er in Zeiten weitverbrei­teter Intoleranz einen Beitrag zum religiösen Frieden. Dass ein Nichtakademiker ohne Doktor­titel die Ehrendoktorwürde erhält, kommt nicht jedes Jahr vor.

Ins Nirvana geschickt

«Der Doktorhut gehört nicht mir allein, ich bin nur ein Teil der Truppe, die für das Haus gekämpft hat», sagt Hartmut Haas dazu. Viele andere hätten den ­Ehrendoktor auch verdient.

Natürlich habe er an dieser Auszeichnung Freude, aber sie sei vor allem für das Haus der Religionen bedeutsam. «Es ist erstaunlich, wie gut das Haus der Religionen bei der Bevölkerung angekommen ist», findet er. Das Interesse an dem Ort, wo sich Christen, Muslime, Hindus, Buddhisten und Aleviten unter einem Dach treffen, sei bis heute un­gebrochen gross.

Der Doktorhut gehört nicht mir allein, ich bin nur ein Teil der Truppe, die für das Haus gekämpft hat.

Dr. h.?c. Hartmut Haas

Das war nicht immer so. Die ganze Entstehungsgeschichte, der Weg von der Idee bis zur Eröffnung des Hauses am 14. November 2014, verlief nicht reibungslos. «Nicht alle Medien­vertreter waren von einem Haus der Religionen begeistert», sagt Hartmut Haas. «Es gab solche, die von einer Utopie geschrieben und das Projekt ins Nirvana geschickt haben.» Die Berner Tageszeitungen «Bund» und BZ hätten das Projekt allerdings stets mit grossem Wohlwollen abgehandelt, meint Haas.

Durchbruch dank Stiftung

Es habe auch «innerkirchliche Kämpfe» gegeben, ob ein Haus der Religionen nicht dem christlichen Gedankengut widerspreche. Schliesslich sei auch die Finanzierung nicht einfach gewesen. «Für Kanton und Bund war es eine lokale Angelegenheit, für welche die Stadt Bern zuständig ist.» Und die Stadt wiederum war der Meinung, dass der Bund zu bezahlen habe.

Der Durchbruch bei der Finanzierung gelang mit den 2,75 Millionen Franken der Rudolf-und-Ursula-Streit-Stiftung. Die katholische und die reformierte ­Gesamtkirchgemeinde Bern trugen je eine Million Franken bei. Von der Burgergemeinde kamen 900 000 Franken, vom Kanton 2,2 Millionen. So konnte das 10-Millionen-Projekt schliesslich realisiert werden. Hartmut Haas hat zum Gelingen auf unterschiedlichen Ebenen immer wieder motiviert und vermittelt.

Vom Stahlformer zum Pfarrer

Aufgewachsen ist der Ehren­doktor in Königsfeld im Schwarzwald. Nach der Schulzeit machte er eine Lehre als Stahlformenbauer und schuf Formen für die Kunststoffproduktion. Nach der Weiterbildung zum Feinwerktechniker disponierte er beruflich um. Haas absolvierte eine diakonische und theologische Ausbildung. Mitte der Achtzigerjahre erfolgte die Ordination zum Pfarrer der Herrnhuter ­Brüdergemeinde. 1989 zog er in die Schweiz, war Pfarrer der Herrnhuter Sozietät in Basel. Im Jahr 2000 kam er nach Bern. Von 2007 bis 2014 war Hartmut Haas Geschäftsführer des Vereins Haus der Religionen – Dialog der Kulturen. «Bei der Er­öffnung des Hauses habe ich mich zurück­gezogen, ich war ­rentenreif und wollte nicht, dass das Haus an alten Knackis hängt.»

Haas lebt in Albligen bei Schwarzenburg. Das Haus der Religionen besucht er regelmässig. «Ich mache noch ein paar Hilfsdienste und halte ab und zu Vorträge.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.12.2016, 09:41 Uhr

Rede des Rektors

«Wo steht die Universität Bern im internationalen Vergleich in den Rankings?», fragte der Rektor der Universität Bern, Christian Leumann, in seiner Rede am Dies academicus im Kultur-Casino. Es gelte festzuhalten, dass die Uni Bern zum besten Prozent weltweit zähle.

«Ein Faktum, das in der allgemeinen nationalen Diskussion häufig in Vergessenheit gerät.» Für Bern gebe es zwei interessante Erkenntnisse: In allen Rankings, in denen die wissenschaftliche Leistung bewertet werde, habe sich die Uni Bern in den letzten Jahren gesteigert. In Rankings, in denen die Reputation eine Rolle spiele, habe sie Terrain eingebüsst. Die Schlussfolgerung könne nur sein: «Tue Gutes, aber rede auch darüber.»

Zu den künftigen strategischen Zielen gehöre es, im Bereich der Medizin und Medizintechnik einen Schwerpunkt zu setzen. «Die Universität ist zusammen mit dem Kanton, der Eidgenossenschaft, Privaten und dem Inselspital am Aufbau eines nationalen Zentrums für trans­lationale und unternehmerische Medizin beteiligt.» An dieses Zentrum werde eine Schule angeschlossen sein, die als nationales Novum die Mechanismen der Regulation sowie die Vor­aussetzungen zur Zulassung von medizinischen Geräten oder Therapeutika auf der Ebene der Weiterbildung lehre.

Eine grosse Herausforderung bleibe nach wie vor die Universitätsfinanzierung. Die Universität muss in Zukunft ihre Forschung noch stärker über Drittmittel finanzieren, wenn sie in der Gruppe der Topuniversitäten bleiben will.

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