Sieben Jahre zu Unrecht Sozialhilfe bezogen

Biel

Ein Ehepaar muss sich wegen Sozialhilfebetrug vor Gericht verantworten. Die Verteidigung aber findet: Die unrecht­mässigen Bezüge seien durch die «chaotischen Verhältnissen beim Bieler Sozialdienst» mitverschuldet.

Die Urteilsverkündigung am Bieler Regionalgericht wird für Freitag erwartet.

(Bild: Martin Bürki)

Ein mazedonisches Ehepaar soll in Biel während sieben Jahren unrechtmässig Sozialhilfegelder in Höhe von insgesamt 244 000 Franken bezogen haben. Deshalb muss es sich seit Mittwoch vor dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland verantworten.

Dem Ehepaar wird vorgeworfen, zwischen 2005 und 2012 Einkünfte in der Gesamthöhe von 280 000 Franken nicht deklariert zu ­haben.

Die Staatsanwaltschaft fordert dafür eine bedingte Freiheitsstrafe von 21 Monaten für den Mann und 18 Monate für seine Frau. Für die Anklage ist klar: Das Ehepaar hat vorsätzlich gehandelt.

So habe der Ehemann nur vier Tage vor dem Antrag auf Unterstützung bei der städtischen Abteilung Soziales ein neues Konto eröffnet, ohne dieses bei der Sozialbehörde zu erwähnen.

Zwei Monate später nahm er eine temporäre Anstellung an und arbeitete fortan regelmässig für ein Stellenvermittlungsbüro. Die Einkünfte aus diesen Beschäftigungen flossen auf das nicht gemeldete Konto. «Das Konto wurde eröffnet, um später das Einkommen verstecken zu können», sagt die Staatsanwältin.

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