Schlosswil

Doris Reber geht, die anderen wollen bleiben

SchlosswilDoris Reber, die Gemeindepräsidentin von Schlosswil, tritt für die neue Legislatur nicht mehr an. Ein neuer Kandidat steht schon bereit.

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An der letzten Gemeindeversammlung in Grosshöchstetten sass Doris Reber (Schlosswiler für Schlosswil) sichtlich angespannt auf ihrem Stuhl. Schliesslich ging es für die Gemeindepräsidentin von Schlosswil um viel an diesem Abend. Denn die Höchstetterinnen und Höchstetter hatten zu entscheiden, ob die Fusionsverhandlungen mit Schlosswil weitergeführt werden sollen oder nicht. Als nach ein paar Stunden der Antrag angenommen wurde, war ihr die Erleichterung anzusehen.

Wenn die Machbarkeitsstudie zur Fusion nächstes Jahr in die Vernehmlassung geht, wird Doris Reber aber nicht mehr dabei sein – zumindest nicht als Gemeindevertreterin. Denn sie hat sich entschieden, für die neue Legislatur nicht mehr zu kandidieren. «Privat hat sich einiges getan», sagt Reber. Dort seien die Gründe zu suchen. Mehr wolle sie dazu auch nicht sagen.

Das wichtigste Projekt

Doris Reber war während zwölf Jahren im Gemeinderat von Schlosswil tätig, vier davon als Präsidentin. Es sei ihr nicht leichtgefallen, nicht mehr anzutreten, sagt sie, schliesslich gehe es jetzt mit Grosshöchstetten in die heisse Phase. Die Fusion sei eines der wichtigsten Geschäfte für die Gemeinde ? seit Jahren. «Es reut mich schon, aus einem solch spannenden Projekt auszusteigen», sagt Doris Reber.

Doch das Geschäft sei sehr aufwendig, und so viel Zeit könne und wolle sie nicht investieren. Reber will sich voll und ganz aus der Politik zurückziehen. Sie wird aber als Schlosswiler Bürgerin weiter aktiv bleiben. «Ich werde jede Gemeindeversammlung besuchen und mich sicher auch weiterhin für eine Fusion aussprechen.»

Was ihre Nachfolge betrifft, gibt es bereits einen Kandidaten. Markus Geist (Demokratische Vereinigung Schlosswil) ist seit beinahe acht Jahren im Schlosswiler Gemeinderat tätig. In der letzten Ausgabe der Gemeindezeitung gab er seine Kandidatur für das Präsidium bekannt. Der 47-jährige Ingenieur hat in Sachen Fusion das Heu auf derselben Bühne wie Doris Reber. Werde er im Dezember an der Gemeindeversammlung gewählt, übernehme er die Projektleitung, teilt er mit. «Er ist ein Schnelldenker, er ist clever und sieht die Zusammenhänge», sagt Doris Reber. Sie wisse das Projekt bei Markus Geist in guten Händen.

Wahlen im Herbst

Wenn am 18.Oktober die eidgenössischen Wahlen anstehen, wird auch in Schlosswil gewählt. Der allfällige Zusammenschluss mit Grosshöchstetten hinterlässt ebenfalls hier seine Spuren. In diesem Jahr stellen sich die sechs bisherigen Gemeinderäte alle zur Wiederwahl. Was aussergewöhnlich ist: alle auf einer gemeinsamen Liste.

«Es ist wichtig, dass das eingespielte Team sich bei der Wahl nicht konkurrieren muss und das Fusionsprojekt gemeinsam durchgezogen werden kann», sagt Markus Geist. Und deshalb gebe es heuer auch keine Parteienlisten. Aber die eine oder andere Kandidatur komme auf jeden Fall noch zustande. Ein Sitz sei ja noch zu vergeben. «Am 12.August ist Eingabeschluss, dann wissen wir mehr.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.08.2015, 06:50 Uhr

Doris Reber, Gemeindepräsidentin in Schlosswil, tritt nicht mehr an. (Bild: zvg)

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