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Dorf gründet eigenen Laden

Am ­Donnerstag versammelten sich gut 100 Dorfeinwohner in Mittelhäusern, um den Grundstein für einen neuen Dorfladen zu setzen. Dieser wird über ein ­Crowdfunding finanziert.

«Der Selbsthilfecharakter des ­Projekts steht im Vordergrund.» Bruno Schmucki
«Der Selbsthilfecharakter des ­Projekts steht im Vordergrund.» Bruno Schmucki
zvg

Kleinere Gemeinden verlieren immer häufiger ihre Dorfläden. Die Konkurrenz durch Grossanbieter und das veränderte Kaufverhalten der Kunden machen die kleinen Läden obsolet.

Das Dorf Mittelhäusern wehrt sich allerdings dagegen und gleist nun in Eigeninitiative einen ­neuen Gemeinschaftsladen auf. Am Donnerstagabend bekundeten 107 Einwohner ihre Unterstützung für das Projekt.

Kein klassischer Laden

«Es ist ein bisschen ein Experiment», sagt Bruno Schmucki vom Ortsverein Mittelhäusern. Ziel war es, mindestens 100 Mitglieder für den Trägerverein zu gewinnen. Dies wurde sogar übertroffen. Die Mitglieder verpflichteten sich an der Gründungsversammlung am Donnerstag, 100 Franken in die Vereinskasse einzuzahlen. Mit diesem Geld soll die Miete für den neuen Laden gezahlt werden. Dieser wird in der alten Filiale der Jägerbäckerei entstehen, welche im Mai nach 44 Jahren wegen fehlender Rentabilität schloss.

Nun geht es darum, das Vorhaben umzusetzen. Entstehen soll aber kein klassischer Dorfladen, wie man ihn kennt. «In der Startphase müssen wir verschiedene Ideen ausprobieren», so Schmucki. Anfangs soll der Laden primär die Grundversorgung mit ­Lebensmitteln im Dorf garantieren, sprich vor allem frisches Brot und Milchprodukte liefern.

Mit einem provisorischen Betriebskonzept soll der Laden in die Gänge gebracht werden. Einwohner können zum Beispiel ­jeweils am Vortag Bestellungen aufgeben, die sie dann später abholen können. «Der Selbsthilfecharakter steht im Vordergrund», sagt Schmucki. Der Laden wird deshalb zu Beginn von Freiwilligen betrieben. Der Verein übernimmt nämlich keine ­Betriebskosten, sondern lediglich die Lokalmiete. Man sei aber offen für Interessenten, welche den Laden ganz übernehmen würden, so Schmucki.

Er sei sich der Herausforderung bewusst, aber auch überzeugt, dass das Konzept funktionieren werde: «Das Beteiligungsmodell ist sehr interessant und dynamisch. In einem Jahr könnte der Laden bereits ganz anders aussehen.»

Der neuen Dorfladen soll Ende Oktober eröffnet werden. Montag bis Freitag wird er jeweils von 17 bis 19 Uhr geöffnet sein. Freitags soll es zudem einen Markt geben, wo lokale Produzenten ihre Ware direkt verkaufen können, vor allem Gemüse, welches unter der Woche aus Gründen der Frischhaltung nicht angeboten werden kann.

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