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Discgolf erobert die Stadtparks

Golfen mit dem Frisbee: Nach dem Gurten und dem Weyerli gibt es nun auch auf dem Studerstein einen Discgolfparcours.

Golfen mit der Frisbeescheibe: Discgolf fristet das Dasein einer Randsportart – und erobert dennoch die Berner Stadtparks.
Golfen mit der Frisbeescheibe: Discgolf fristet das Dasein einer Randsportart – und erobert dennoch die Berner Stadtparks.
Iris Andermatt

Spaziert man durch den Gurtenpark, begegnen einem im Wald oder auch auf der Wiese immer wieder diese eineinhalb Meter hohen, metallenen Ständer mit rundum herabhängenden Ketten. Obwohl einige von ihnen bereits seit 1993 hier stehen, wissen längst nicht alle, wozu sie eigentlich gut sind: Discgolf heisst der Sport, bei dem die Körbe das eigentliche Ziel bilden.

Discgolf funktioniert dabei fast gleich wie Golf, nur wird mit Frisbeescheiben statt mit einem Ball gespielt. Ziel ist es, den Frisbee von einer bestimmten Abwurfposition mit möglichst wenig Würfen in die metallenen Korbvorrichtungen zu befördern. Discgolf wird dabei nicht in geschlossenen Anlagen gespielt. Sondern in öffentlichen Pärken.

Keine Alterslimite

«Viele denken, unsere Körbe seien Futtertröge für Wildtiere oder eine Anbindungsvorrichtung für Hunde», schmunzelt Christof Schlegel, Präsident des Stadtberner Discgolfklubs Walkabout. Der 45-Jährige nimmt es mit Humor, dass sein Sport zu den eher unbekannten gehört. Und er ist optimistisch, dass sich das in der Stadt Bern bald ändern könnte, denn nun können er und seine Mitstreiter auch in den Pärken der Innenstadt Discgolf spielen: Im September installierten sie wie schon 2016 im Freibad Weyermannshaus einige Discgolf-körbe, die dort während der ­Wintersaison bespielt werden können.

Am vergangenen Wochenende nun durfte sein Klub vier neue, permanente Körbe im Studerstein-Pärkli aufstellen. Organisiert und bezahlt hat der Klub Walkabout die neuen Körbe selbst. Ein Jahr hat es gedauert, bis der Klub von Stadt und Burgergemeinde die Bewilligung erhielt – nun freut sich Schlegel sehr: «Für uns ist es grossartig, dass wir jetzt auch in den Pärken der Innenstadt trainieren können. Man kann die vier Körbe von verschiedenen Positionen anspielen, so ergibt sich ein interessanter Parcours.»

Discgolf in Bern

Schlegel selbst hatte das Discgolfen per Zufall auf einem Spaziergang entdeckt: «Als ich sah, wie weit und elegant die Frisbees durch die Luft glitten, wusste ich: Das will ich auch.» Potenzial für eine Zusammenarbeit sieht Schlegel auch in den nahen Schulen und im Unisportzentrum.

Neben der technischen Herausforderung schätzt er, dass man beim Discgolfen viel Zeit draussen verbringt und es bis ins hohe Alter spielen kann – einige Berner Aktivspieler sind schon über siebzigjährig. «Unsere Parcours stehen allen offen, unsere Frisbees kann man ausleihen, und ab November gibts jeden Samstag ein Schnuppertraining.» Der Sportverein ist von eher bescheidener Grösse: 50 Mitglieder, davon gerade mal 21 Aktive, nur vier Frauen. «Diese Zahlen täuschen aber», sagt Schlegel, «es gibt schweizweit viele Spielerinnen und Spieler, die keinem Klub angehören, sondern einfach für sich spielen.» Insgesamt wachse die Discgolfgemeinschaft in der Schweiz «langsam, aber sicher». International sei dieser Trend noch ausgeprägter – in den USA gibt es sogar einige Profispieler.

Auch wenn es in Bern noch nicht so weit ist, zumindest sportlich erweist sich die Hauptstadt als gutes Pflaster: Vor rund einer Woche gewann der Stadtberner Lukas Schär die Schweizer Meisterschaften. 2016 wurde mit Karin Rubin eine Bernerin in ihrer Kategorie gar Europameisterin. Fragt sich bloss: Müssen sich Passanten im Studerstein künftig vor Frisbees in Acht nehmen? «Die Werfer sind dafür verantwortlich, Kollisionen zu vermeiden, und das wird auch sehr bewusst gemacht», sagt Schlegel. Der letzte ihm bekannte Unfall sei viele Jahre her. Übrigens: Die Mittelfeld-Überbauung soll den neuen Discgolfparcours nicht tan­gieren.

Infos: www.swissdiscgolf.ch.

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