Dieses Papier löst die Probleme nicht

BZ-Redaktorin Andrea Sommer zur neuen Asylstrategie des Berner Regierungsrats.

Die Kosten für die Asylsozialhilfe sind in den letzten Jahren explodiert. Die Gründe dafür liegen nicht allein in den steigenden Gesuchszahlen. Teuer sind auch jene, die als anerkannte Flüchtlinge oder vorläufig Aufgenommene hier bleiben dürfen.

Allein im Kanton Bern sind rund 60 Prozent von ihnen trotz jahrelangem Aufenthalt in der Schweiz von der Sozialhilfe abhängig. Und schliesslich sind auch jene Asylbewerber teuer, die trotz eines negativen Entscheids hierbleiben.

Diese Probleme will der Regierungsrat nun mit einer neuen Gesamtstrategie im Asylbereich lösen. Anerkannte Flüchtlinge sollen besser integriert, abgewiesene konsequenter ausgeschafft werden. Was in der Theorie gut tönt, wird in der Praxis nur mühsam umzusetzen sein.

Die Jobs für schlecht Qualifizierte sind rar und bereits heute misslingt es in zu vielen Fällen, abgewiesene Asylbewerber auszuschaffen, sei es, weil sie die Ausreise verweigern, oder weil Regierungen sich weigern, ihre Staatsbürger zurückzunehmen.

Damit ist die neue Asylstrategie ein Papiertiger. Angesichts des Migrations- und Flüchtlingsstroms und angesichts der Asylpolitik des Bundes explodieren die Kosten weiter.

andrea.sommer@bernerzeitung.ch

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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