Dieses Hochhaus darf nicht höher sein als das Münster

Ostermundigen

Auf dem Bären-Areal soll das grösste Hochhaus der Region Bern entstehen. Es beherbergt ein Hotel, Restaurants, Läden, Büros sowie Wohnungen mit bester Sicht auf die Alpen. Baubeginn ist frühestens 2014.

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Markus Zahno

Ein Richtplan besagt, dass in der Region Bern kein Hochhaus höher sein darf als das Münster. Dessen Turmspitze endet 101 Meter über dem Boden. Das Hochhaus, das auf dem Bären-Areal in Ostermundigen entstehen soll, ist gerade mal einen Meter weniger hoch – und überragt die bestehenden Hochhäuser damit bei weitem.

Gestern haben die Verantwortlichen nun die Pläne für das Bären-Hochhaus vorgestellt. «Uns schwebt eine aufgeschichtete Mini-Stadt vor», sagt Bernhard Marti, Verwaltungsratspräsident der Bären Ostermundigen AG. Das Erdgeschoss des 100-Meter-Hauses ist für Gastronomie und Läden reserviert. In den Stockwerken darüber ist ein Drei- oder Viersternhotel geplant, darüber geht es mit Kongress- sowie Büroräumen weiter. Auf rund 40 Metern Höhe, dort, wo der Sockelbau in den schlankeren Turm übergeht, soll ein Sky-Restaurant beste Aussicht auf das Alpenpanorama und die Stadt Bern bieten. In den obersten 17 Geschossen schliesslich entstehen Wohnungen. Sie werden – der Aussicht entsprechend – «etwas teurer» sein, erklärt Marti. Aber man werde sie sich auch als Normalsterblicher leisten können.

Das neue Zentrum

Der Neubau harmoniere gut mit dem nahe gelegenen, 20 Meter kleineren Swisscom-Hochhaus. Und er werde Ostermundigen urbaner machen, schwärmen Liegenschaftsbesitzer Bernhard Marti, Architekt Daniel Krieg und Gemeindepräsident Christian Zahler. Zu einem Stück Urbanität werde auch der grosse öffentliche Platz vor dem Hochhaus beitragen. Er soll zu einer Art Flanierzone werden, zum neuen Zentrum der Gemeinde, auf dem künftig auch Anlässe wie der Herbstmärit stattfinden können. Den Abschluss des Areals bildet schliesslich ein viergeschossiger, kubischer Neubau mit weiteren Läden und Büros. Und unter dem Boden sind zwei Parkgeschosse mit 200 bis 240 Plätzen vorgesehen.

Das bebaubare Areal umfasst nicht nur den heutigen Bären, sondern auch das Geschäfts- und Wohnhaus am Breiteweg, das heute unmittelbar an den Bären-Parkplatz angrenzt. Es wurde unlängst von den Bären-Verantwortlichen erworben und soll abgerissen werden. Bis es so weit ist, gilt es aber noch einige Hürden zu nehmen. Ab sofort und bis zum 11.Januar 2013 kann sich die Bevölkerung in der Mitwirkung zur Überbauungsordnung äussern. Später liegen die Pläne nochmals öffentlich auf, dann mit der Möglichkeit, Einsprache zu erheben. Schliesslich muss das Vorhaben vor den Grossen Gemeinderat und – im Falle eines Referendums – vors Volk.

Baubeginn 2014

Als die Gemeinde die Hochhauspläne letztes Jahr öffentlich machte, gab es auch kritische Stimmen, grundsätzlich sind sie aber gut angekommen. «Verdichtetes Bauen ist im Moment ja akzeptiert», sagt Christian Zahler. Er ist deshalb zuversichtlich, dass die Bauarbeiten im Herbst 2014 beginnen können. In diesem Fall wäre das Hochhaus etwa Anfang 2017 bezugsbereit.

Das Bären-Areal sei auch dank den geplanten Projekten Tram Region Bern oder ÖV-Knotenpunkt Ostermundigen ein «sehr attraktiver Standort», betont Bernhard Marti immer wieder. Entsprechend hätten bereits mehrere Investoren Interesse am Hochhausprojekt angemeldet. «Um konkrete Verträge abzuschliessen, ist es aber noch zu früh.»

Berner Zeitung

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