«Diese Wegwerfmentalität ist für uns ärgerlich»

Bern

Immer mehr Aareböötler werfen ihre Boote nach der Fahrt weg. An warmen Sommertagen bleiben bis zu zehn in der Badi liegen.

Abfallberge im Marzili: Auch Boote werden hier entsorgt.

Abfallberge im Marzili: Auch Boote werden hier entsorgt.

(Bild: Leserbild)

Michael Bucher@MichuBucher

Das Verhalten gewisser Aareböötler sorgt im Freibad ­Marzili für Ärger. Denn es kommt regelmässig vor, dass die Boote nach der Aarefahrt einfach in der Badi liegen gelassen werden. Der Regionalsender TeleBärn hatte kürzlich darüber ­berichtet.

Beat Wüthrich, städtischer Anlagenchef im Marzili, ­bestätigt das Problem gegenüber dieser Zeitung. «An warmen Sommertagen bleiben bis zu zehn Boote in der Badi liegen»,sagt er. Die meisten davon seien ­kaputt oder beschädigt. Diese müsse er und sein Team entsorgen. Es komme aber auch vor, dass noch intakte Boote im Wert von bis zu 500 Franken zurückgelassen werden, so Wüthrich.

«Diese Wegwerfmentalität ist für uns ärgerlich.» Auch für die Aareschwimmerinnen und -schwimmer im Marzili sind die Hobbykapitäne zuweilen ein Ärgernis. An warmen Sommerwochenenden ­lassen sich Hunderte Aareböötler ins Marzili treiben. Dort wird es bei den Ausstiegsstationen für Schwimmer jeweils ziemlich eng.

Verschiedene Schwimmende äusserten im TeleBärn- Beitrag ihren Unmut. Diesen kennt auch Beat Wüthrich. «Eigentlich gibt es im Marzili zwei offizielle Ausstiegsplätze für Aareböötler», sagt er. Diese befinden sich unter der Mon­bijoubrücke und beim «Bueber».

Entsprechende Signalisationen seien angebracht. Doch würden sich nur ­die wenigsten daran halten. Es sei geplant, während der «Bueber»-Sanierung ab ­September eine bessere Signalisation zu installieren, so ­Wüthrich.

Was die meisten Hobbyböötler ebenfalls nicht kennen dürften, ist die Pflicht, das eigene Boot mit Namen und Adresse zu beschriften.So verlangt es die Schweizer Binnenschifffahrtsverordnung.

Beat Wüthrich sagt, dass die allerwenigsten Boote, die er einsammelt, beschriftet seien. Hilfreich sind die Personenangaben vor allem für die Polizei. Denn diese muss unter Umständen eine grosse Suchaktion starten, sobald ein leeres Boot auf der Aare treibt, wie der «Bund» kürzlich berichtete.

Berner Zeitung

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