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Diese Raubkunst kommt nicht nach Bern

Zwei Gemälde und eine Zeichnung aus dem Gurlitt-Nachlass kehren bald zu ihren rechtmässigen Besitzern zurück. Die Vertreter der Geschädigten zeigen sich erleichtert.

Helen Lagger
Eindeutige Fälle: «Das musizierende Paar» von Carl Spitzweg...
Eindeutige Fälle: «Das musizierende Paar» von Carl Spitzweg...
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«Wir sind dem Museum dankbar für seine Verpflichtungserklärung, die Washington Principles einzuhalten. Und wir hoffen jetzt auf die prompte Rückgabe jeglicher Raubkunst aus dem Gurlitt-Nachlass an die rechtmässigen Besitzer.» Das schreibt Christopher A. Marinello, Direktor von Art Recovery International. Er unterstützt die Familie Rosenberg in ihren Bemühungen, das Gemälde «Sitzende Frau» von Henri Matisse zurückzubekommen.

Die Familie des jüdischen Kunsthändlers Paul Rosenberg hatte über Jahre dieses Bild gesucht, bis es 2012 in der Wohnung von Cornelius Gurlitt auftauchte. Die deutsche Taskforce hat schliesslich bestätigt, dass es sich dabei um Raubkunst handelt.

Eindeutig identifiziert

Auch das Gemälde «Zwei Reiter am Strand» von Max Liebermann wurde eindeutig als Raubkunst identifiziert. Rechtmässiger Erbe des Gemäldes ist der 89-jährige David Toren. Das Bild hing in der Villa seines Grossonkels David Friedmann.

Mangelnde Transparenz

Der deutsche Anwalt Jörg Rosbach vertritt die Interessen einer Erbengemeinschaft, der auch David Toren angehört. Rosbach kritisierte mehrfach die mangelhafte Transparenz und Kommunikation der Taskforce. Er begrüsste hingegen von Anfang an die Annahme der Erbschaft durch das Kunstmuseum Bern. Nach der gestrigen Unterzeichnung der Vereinbarung ist er zuversichtlich, dass das Bild in Kürze zu seinem Mandanten zurückkehren wird. Rosbach bemängelt einzig, dass auch gestern nicht klar geworden sei, nach welchen Kriterien die Taskforce arbeite.

Am vergangenen Sonntag wurde mit Carl Spitzwegs Zeichnung «Das musizierende Paar» ein weiteres Werk eindeutig als NS-Raubkunst identifiziert. Cornelius Gurlitts Vater Hildebrand Gurlitt hatte die Zeichnung weit unter ihrem Wert von dem jüdischen Sammler Henri Hinrichsen erworben. Somit kommt auch dieses Bild definitiv nicht nach Bern.

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