Bern

Berns Zukunft ist quietschbunt

BernDer Verein Delia will das Dählhölzli, den Bärenpark und den Botanischen Garten mit farbigen Skulpturen verbinden. Die prominenten Mitstreiter sehen im Projekt eine Chance für eine attraktivere Stadt.

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Bern, die schönste Stadt der Welt. Regelmässig formulieren Einheimische diese Liebeserklärung, angefangen beim Stadtpräsidenten. Und diesen Sommer überschlugen sich internationale Medien mit Elogen zur Bundesstadt.

Nun ist es aber ausgerechnet eine Gruppe Bernerinnen und Berner, die ihrer Stadt «mehr Farbe» wünschen, eine «Vision», auf dass sich Einheimische und Touristen wohler fühlen. Die Visionäre haben sich im Verein Delia organisiert und sind am Montag an die Medien getreten. Ihre Idee: Vom Dählhölzli über den Bärenpark bis zum Botanischen Garten sollen farbige Skulpturen die beiden Aarebögen und ihre Attraktionen miteinander verbinden. Und zwischen Schwellenmätteli und Münsterplattform schwebt ihnen eine farbige Seilbahn vor.

«In der Aareschlaufe ist es zu leer», sagt Cordelia Hagi, die Unternehmerin und «Querdenkerin», die das Projekt entwickelt hat. «Es läuft dort nichts und es gibt zu wenig Bewegung.»

Nause, Dähler, Jocham

Für sie sei die Vision «konkret, sonst hätte ich sie nicht ausarbeiten können», sagt Hagi. «Aber es gibt den Denkmal- und den Aareschutz und auch sonst viele Bestimmungen – während einige Dinge heute schon realisierbar wären, sprechen wir bei anderen von einer Vision für die nächsten zwanzig bis dreissig Jahre.»

Die Leute, die Hagi hinter ihr Projekt hat scharen können, sind prominent: Vereinspräsident ist Andreas Bähler von Implenia, Gemeinderat Reto Nause (CVP) amtet als Vize und spricht von einer «Bereicherung für unsere Stadtentwicklung». Weitere Mitglieder sind Burgergemeindepräsident Rolf Dähler, Dählhölzli-Direktor Bernd Schildger, Unternehmer und Banker Hans-Ulrich Müller, Bern-Tourismus-CEO Markus Lergier, Mobiliar-CEO Markus Hongler oder der Präsident der CSL Behring AG, Uwe E. Jocham.

Die Vision, die sie eint: «Mit Delia wäre alles ein bisschen bunter, lebendiger, verspielter.» Statt die Welt zu erleben und anzufassen, heisst es im Pressetext, «setzen wir uns im Kino eine 3-D-Brille auf». Es gehe auch anders, so die Promotoren, Delia sei eine Vision dazu. Aber reichen denn die lebendigen Tiere nicht, die Naturwunder des Botanischen Gartens? «Ich kenne viele Leute, die in ausländischen Städten den Botanischen Garten besuchen», antwortet Hagi. Sie wünsche sich, dass auch der Berner Boga besser besucht werde – und sie glaubt, dazu beitragen zu können.

Polarisierungspotenzial

So will Hagi, Schöpferin des «Septipus» im Dählhölzli-Wald, im Botanischen Garten Erdhäuser in Form eines Schildkrötenpanzers aufstellen. Entlang der Aare, vom Dählhölzli bis zum Boga, soll eine Mischung aus Drache und Schlange begehbar sein. Und am Eingang ins Dählhölzli würde künftig ein riesiger «SchmetterFant» die Gäste begrüssen.

«Delia wird polarisieren», sagt Präsident Bähler. Es gab auch schon gewagtere Prognosen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.09.2015, 18:57 Uhr

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