Die Windturbinen stehen noch lange nicht

Der Kanton Bern hat drei Gebiete festgelegt, in denen allenfalls Windparks entstehen dürfen. Bis die ersten Turbinen gebaut werden, könnte es aber noch zehn Jahre dauern.

Der Richtplan Windenergie der Regionalkonferenz Bern-Mittelland weist drei Gebiete aus, in denen der Bau von Windturbinen vertretbar ist. Nebst Vechigen sind dies die Regionen Lindechwald-Kohlholz nördlich von Kirchlindach sowie am Standort Stockere-Mauss-Rosshäusern.

Der Richtplan Windenergie der Regionalkonferenz Bern-Mittelland weist drei Gebiete aus, in denen der Bau von Windturbinen vertretbar ist. Nebst Vechigen sind dies die Regionen Lindechwald-Kohlholz nördlich von Kirchlindach sowie am Standort Stockere-Mauss-Rosshäusern.

(Bild: Keystone)

90 Meter hoch ist der Messmast auf der Mänziwilegg in der Gemeinde Vechigen. Er soll zeigen, ob hier genügend Wind vorhanden ist, um im grösseren Stil Windenergie gewinnen zu können. In ungefähr einem Jahr will die Firma Considerate AG die Messdaten auswerten und entscheiden, ob sie das Projekt weiterverfolgt. Falls ja, beginnt der politische Prozess. Dann braucht es eine neue Überbauungsordnung (ÜO). Gegen diese gäbe es wohl, das zeichnet sich bereits heute ab, verschiedene Einsprachen.

In der Folge würde die ÜO dem Vechiger Stimmvolk vorgelegt. Würde es Ja sagen und würden die Einsprachen abgewiesen, dann stünde dem Projekt nichts mehr im Weg. Mit anderen Worten: Bis in der Gemeinde Vechigen ein Windpark gebaut werden kann, ist noch manche Hürde zu überwinden. Immerhin gibt es nun eine weniger. Der Kanton hat nämlich den sogenannten Richtplan Windenergie der Regionalkonferenz Bern-Mittelland genehmigt.

Dieser weist drei Gebiete aus, in denen der Bau von Windturbinen aus Sicht der Behörden vertretbar ist. Nebst Vechigen sind dies die Regionen Lindechwald-Kohlholz nördlich von Kirchlindach sowie am Standort Stockere-Mauss-Rosshäusern. Für drei weitere Gebiete – Murzelen, Riggisberg und Belpberg – sind noch vertiefte Abklärungen nötig.

Volk hat das letzte Wort

Jörg Zumstein, der die Raumplanungskommission der Regionalkonferenz präsidiert, ist froh über die Genehmigung des Kantons. «Wenn die Energiewende nicht nur ein Lippenbekenntnis sein soll, müssen wir alle alternativen Energieformen zu nutzen versuchen», sagt er. Also auch die Windenergie. Letztlich könnten Windparks aber nicht von oben herab verordnet werden. Es brauche einerseits Investoren, die von der Wirtschaftlichkeit eines Projektes überzeugt seien. Und ­andererseits das Stimmvolk der Standortgemeinde, das zum Projekt Ja sagen müsse.

Von den Projekten im Berner Mittelland ist jenes in Vechigen am weitesten fortgeschritten. Doch bis hier allenfalls ein Windpark gebaut werden darf, kann es laut Gemeindepräsident Walter Schilt (SVP) «gut und gerne noch zehn Jahre dauern». maz

maz

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