Die Vorlage ist klar überladen

Stefan Schnyder, Leiter Ressort Stadt Bern, zum Sauberkeitsrappen.

Die Stadt Bern möchte Anreize schaffen, damit Schnellimbisse und Take-away-Betriebe auf Mehrweggeschirr setzen.

Die Stadt Bern möchte Anreize schaffen, damit Schnellimbisse und Take-away-Betriebe auf Mehrweggeschirr setzen.

(Bild: Nicole Philipp)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Die Berner Stadtregierung lässt nicht locker. Sie nimmt einen zweiten Anlauf, um den Sauberkeitsrappen einzuführen. Vom Grundsatz her überzeugt die Idee. Wer Abfall verursacht, soll für die Entsorgung bezahlen. Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) schlägt nun ein System vor, das weitgehend alle erfasst, die etwas verkaufen, das im besten Fall in einem öffentlichen Abfallkübel oder im schlechtesten Fall auf dem Stadtboden landet. Es geht also längst nicht nur darum, Anbieter von Take-away-Verpflegung zur Kasse zu bitten.

Um die Akzeptanz der umstrittenen Vorlage zu erhöhen, tut indes die Stadtregierung gut daran, diese zu entschlacken. Es ist ausreichend, wenn sie sie auf die Anbieter von Schnellverpflegung beschränkt. Deren Umsatzzunahme war der Auslöser für das Anwerfen der Gesetzesmaschinerie. Es ist nicht einleuchtend, wieso städtische Anbieter von Tabakprodukten oder Veranstalter eines Kongresses mit 1000 Teilnehmern, bei dem alle voll verpflegt werden, eine Abfallgebühr bezahlen sollen.

Schliesslich müssen sich die meisten Detailhändler und Anbieter von Schnellimbissen den Vorwurf gefallen lassen, dass sie bisher nicht auf den Druck aus der Politik reagiert haben. Sie sind gefordert, ihr Imbissangebot in Wegwerfverpackungen zu reduzieren und ihren Kunden einen Anreiz zu bieten, das Essen im eigenen Geschirr mitzunehmen.

Berner Zeitung

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