Zum Hauptinhalt springen

Die «Tankere» zieht fürs Erste ins «Bonsoir»

Für den Jugendclub Tankere geht es einen Schritt vorwärts: Im September startet er im Club Bonsoir in der Aarbergergasse seine Aktivitäten.

Das Baugesuch für den Jugendclub Tankere wurde von Hochbau Stadt Bern am 31. Januar und 2. Februar 2018 öffentlich publiziert. Innerhalb der Einsprachefrist gingen 72 Einsprachen beim Regierungsstatthalteramt Bern ein.
Das Baugesuch für den Jugendclub Tankere wurde von Hochbau Stadt Bern am 31. Januar und 2. Februar 2018 öffentlich publiziert. Innerhalb der Einsprachefrist gingen 72 Einsprachen beim Regierungsstatthalteramt Bern ein.
Susanne Keller
Danilo Oesch, Katja Balmer, Nadia Hamouda, Manuel Iseli, Yathavan Yogananthan, Nick Häfeli und Moritz Stucki (von links) vor dem geplanten Tankere-Eingang an der Schüttestrasse.
Danilo Oesch, Katja Balmer, Nadia Hamouda, Manuel Iseli, Yathavan Yogananthan, Nick Häfeli und Moritz Stucki (von links) vor dem geplanten Tankere-Eingang an der Schüttestrasse.
Raphael Moser
Nun dient der Club Bonsoir in der Aarbergergasse, der seine Schliessung bekannt gab, als Übergangslösung. Betriebsstart ist im September.
Nun dient der Club Bonsoir in der Aarbergergasse, der seine Schliessung bekannt gab, als Übergangslösung. Betriebsstart ist im September.
Beat Mathys
1 / 3

Das Jugendamt hat eine Zwischenlösung für den Jugendclub Tankere gefunden. Dieser soll ab September bis 2020 im Club Bonsoir in der Aarbergergasse wirken. «Wir sind froh, dass wir nach vier Jahren endlich mal ­etwas machen können», sagt ­Nadia Hamouda, Co-Präsidentin des Vereins Tankere. Dahinter stehen neun junge Menschen, die sich seit Jahren für die Tankere engagieren.

Für die Mietkosten der ­Zwischennutzung kommt das ­Jugendamt auf, aus dem für die Tankere bereitgestellten Budget. Pro Monat sind dies rund 10 500 Franken, wie Scarlett ­Niklaus, stellvertretende Leiterin des ­Jugendamtes, sagt. Unter­stützung erhält der Verein von einem Projektcoach. Dessen Mandat werde wohl von der gleichen Person weitergeführt, die den Verein bis jetzt mit einem kleinen Pensum begleitet hat. Das Pensum der neuen Stelle betrage 70 bis 80 Prozent.

Weshalb zieht die Tankere nicht definitiv ins Bonsoir ein? «Wir wollen nicht primär Partys, sondern auch Sportevents oder Mittagstische veranstalten. ­Dafür ist Tageslicht nötig», sagt ­Hamouda. Mit der Infrastruktur des jetzigen Clubs starte man sehr gut, und in der Aarberger­gasse sei das Risiko von Lärm­klagen eher gering. Ein ­Umbau ist nicht vorgesehen. Das Tankere-Team wolle ­lediglich die Räume im eigenen Stil gestalten, so ­Hamouda.

72 Einsprachen

Nun geht es doch einen Schritt vorwärts: Zum ersten Mal redeten die Stadtbehörden 2013 über einen Jugendclub, einen Ort, wo sich Personen ab 16 Jahren ohne Konsumzwang und Eintritt zu zahlen, aufhalten können. Die Räumlichkeiten waren schon ­damals bestimmt, fünf Jahre ­später ist das Vorhaben noch nicht ­weiter: Gegen die Tankere sind nach einem Baugesuch 72 Einsprachen eingegangen, primär von Bewohnern der gegenüberliegenden Aare­seite. Die Einsprecher fürchten sich vor mehr Lärm. ­

Dabei gab es im Winter eine Bar im nahe gelegenen Ringgenpärkli, bei der – anders als bei den Indooraktivitäten der Tankere – die Gäste sich draussen aufhielten. Keine einzige Lärmklage sei von Bewohnern ennet der Aare eingegangen. Das schreibt das Polizeiinspektorat in einer ­E-Mail, die der Redaktion vorliegt.

Bonsoir-Projekt im Herbst

Das Bonsoir in der Aarberger­gasse schliesst per Ende Mai, wie der Club im November ankündigte. Man ist zufrieden mit dem Nachmieter: «Wir haben uns ­gewünscht, dass junge Leute übernehmen. Dieser Wunsch geht nun in Erfüllung», sagt Arci Friede stellvertretend für die sechs Bonsoir-Teilhaber. Die Tankere passe gut in die Aarber­gergasse. «Wir finden den Jugendclub ein gutes und wichtiges ­Projekt.» Man lasse die ­Cham­pagnerkorken noch nicht knallen, da es noch einiges vor der Übernahme zu klären gebe.

Dass die Tankere in vier Monaten öffnen solle, sei sportlich: «Seit Mittwoch ist es offiziell, erst jetzt können die ­Jugendlichen ein Programm ­aufbauen und ihre Positionierung klären.» Nadia Hamouda nimmt es gelassen: «Wir sind hoch motiviert, ein Konzept liegt ja vor.»

Am Samstag findet die letzte Nacht im neunjährigen Club statt, der Abend soll nicht melodramatisch werden. Arci Friede beschreibt die Gefühle so: «Alles fühlt sich richtig an – wir freuen uns auf einen Abschied mit ­Wiedersehen.» Sie betreiben ­weiterhin die Badibeizen und das Restaurant Kung Fu Burger. «Im Herbst kann man mit einem ­Projekt von uns rechnen», verrät Friede. Allerdings werde man die Fäden im Hintergrund ziehen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch