Münsingen

Die Stromzähler laufen jetzt auch rückwärts

MünsingenMit einem neuen Modell will die Gemeinde Münsingen Produzenten von erneuerbarer Energie belohnen.

Das neue Energiekonzept für Münsingen besteht aus vier Massnahmen.

Das neue Energiekonzept für Münsingen besteht aus vier Massnahmen. Bild: Andreas Blatter

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Im zweiten Anlauf macht sich die Gemeinde Münsingen auf in die «Energiezukunft». Das Parlament hiess am Dienstag eine Reihe von Massnahmen gut, welche die Förderung erneuerbarer Energie ankurbeln sollen. Im letzten Jahr scheiterte ein erster Effort noch an einer Allianz aus Bürgerlichen und Grünliberalen.

Damals hatte der Gemeinderat gemeindeeigene Liegenschaften sanieren, in Fotovoltaikanlagen investieren und Beiträge ans Energiecoaching sprechen wollen. Für die Finanzierung schwebte ihm eine Einlage aus der Mehrwertabschöpfung von 1,5 Millionen Franken vor.

Das Parlament lehnte die Vorschläge ab und setzte eine Spezialkommission ein, um selbst Ziele zu definieren. Präsidiert wird die Kommission von Daniel Trüssel (GLP), dem «Totengräber» der ursprünglichen Ideen, wie er sich selbst bezeichnete. Aus seiner Sicht hat sich der ­Neustart allerdings gelohnt: «Wir haben gute Kompromisslösungen gefunden.»

Vier Massnahmen

Das neue Energiekonzept besteht aus vier Massnahmen. Die umstrittenste: Produzenten von erneuerbarer Energie müssen dank rückwärts laufender Stromzähler nur noch die Differenz zwischen verbrauchter und produzierter Energie bezahlen.

«Das Modell ist so einfach wie bestechend», sagte Trüssel. Es hänge nicht von Subventionen ab, sondern sei ein simples Anreizsystem. Finanziert wird es aus der Spezialfinanzierung Energie der Infrawerke Münsingen – für sicher einmal zehn Jahre, sagte Gemeindepräsident Beat Moser (Grüne).

Das Modell erntete aber auch Kritik: «Mieter gehen leer aus», sagte Urs Baumann (SVP), gleiches gelte für die Ortsteile Tägertschi und Trimstein, die nicht den Infrawerken angeschlossen sind. Das Parlament hiess den Antrag aber letztlich klar gut, und das gilt auch für die drei weiteren Massnahmen.

Die Gemeinde soll mit öffentlichen Bauten eine Vorbildfunktion einnehmen und zudem bei der Energiepolitik eine aktive Rolle spielen. Und schliesslich ist auf dem Dach der Sporthalle Schlossmatt eine grosse Solar­anlage geplant. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.11.2017, 07:23 Uhr

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