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Die Strasse kommt vors Volk

Im September entscheidet das Stimmvolk über eine Entlastungsstrasse. Das Parlament sagte am Dienstag schon mal Ja.

Der Vorfall ereignete sich im Quartier Mühletal in der Gemeinde Schmitten. (Bild: Keystone)
Der Vorfall ereignete sich im Quartier Mühletal in der Gemeinde Schmitten. (Bild: Keystone)

Seit Jahren leide die Münsinger Bevölkerung unter einer zunehmenden Verkehrsbelastung, sagte Gemeinderat Andreas Kägi (FDP) gestern Abend im Parlament. «Aber noch nie konnte sie über ein konkretes Projekt entscheiden.» Am 24. September ist es nun so weit: Dann entscheidet das Stimmvolk über die Entlastungsstrasse Nord.

Das Parlament ebnete dieser Abstimmung den Weg, indem es dem Antrag des Gemeinderats zustimmte. Mit 18 Ja zu 9 Nein stimmte es dafür, dass eine Strassenvariante weiterverfolgt wird, die durch das Gebiet Rossboden führt. Zudem hiess es einen Investitionskredit von 6,5 Millionen Franken gut.

Für Kägi wars ein «weiser» Entscheid: «Ohne Entlastungsstrasse laufen wir Gefahr, dass sich die Verkehrssicherheit verschlechtert, dass das Ortsbusnetz immer mehr kollabiert, dass die Lebensqualität nicht verbessert wird.»

Bürgerliche sagen Ja

Das deutliche Ergebnis hatte sich abgezeichnet, die Meinungen der Parteien waren mehr oder weniger gemacht. Schon fast euphorisch sprach Urs Baumann (SVP) über das Projekt. «Strassen gehören zum Leben.» Damit werde der Verkehr verflüssigt. Der Kulturlandverlust sei minimal und deshalb vertretbar.

Auch die GLP ist für die Strasse. «Diese Chance kommt nur einmal», sagte Andreas Oestreicher. Die vorliegende Lösung sei die einzige, die rasch realisiert werden könne. Philosophisch wurde Beat Schlumpf (FDP). «Für viele ist Autofahren etwas Böses.» Doch in Zukunft werde dies nicht mehr der Fall sein, würden doch keine Autos mit lauten Motoren mehr unterwegs sein, sondern nur noch leise Elektroautos.

Während auch die Vertreter von BDP und Freien Wählern Ja stimmten, war die vierköpfige Fraktion von EVP und EDU unentschieden. «Wir sehen, dass zum Beispiel das Gewerbe mit den Staus ein Problem hat», sagte Werner Fuchser. «Aber wir sehen auch, dass sie durch ein wichtiges Landschaftsschutzgebiet führt.»

Linke Ausreisser

Auch bei den Linken herrschte keine Einigkeit, sowohl Grüne wie SP stimmten nicht einstimmig Nein. Es nützte also nichts, dass Elisabeth Striffeler (SP) forderte: «Autofahren darf nicht noch attraktiver werden.» Die Entlastungsstrasse verursache nur mehr Verkehr, und die Stausituation werde Richtung Bern verschoben. Und Urs Siegenthaler (Grüne) blieb ebenso ungehört. «Im Rossboden gibt es noch unberührte Natur.» Das Gebiet werde von vielen Münsingern als Naherholungsgebiet genützt. «Auch das bedeutet Lebensqua­lität.»

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