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«Die Polizei hat einen Superjob gemacht»

Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) sagt, weshalb die unbewilligte Demo toleriert wurde.

Den roten Atomknopf drückt hoffentlich keiner. Dieses Transparent könnte juristische Folgen haben.
Den roten Atomknopf drückt hoffentlich keiner. Dieses Transparent könnte juristische Folgen haben.
Raphael Moser
Ist mit der Arbeit der Polizei zufrieden: Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause.
Ist mit der Arbeit der Polizei zufrieden: Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause.
Keystone
Hier standen zahlreiche Einsatzfahrzeuge.
Hier standen zahlreiche Einsatzfahrzeuge.
Jürg Spori
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Reto Nause, die Anti-WEF-Demo vom Samstag war unbewilligt, wurde aber dennoch laufen gelassen. Weshalb?Reto Nause: Weil wir bei der Einschätzung der Lage zum Schluss gekommen sind, dass eine gewaltfreie Kundgebung möglich ist. Das hat sich ja auch bewahrheitet. Die Polizei hatte den Auftrag, den Umzug eng zu begleiten und zu verhindern, dass die Teilnehmenden zur US-Botschaft gelangen. Aus meiner Sicht hat die Polizei einen Superjob gemacht und verhältnismässig gehandelt.

So zogen am Samstag die WEF-Gegner durch Bern. Video: Tamedia/SDA

Offensichtlich rechnen Sie mit weiteren Anti-WEF-Aktionen auch in Bern. Sie fordern deshalb, dass der Bund sich an den Sicherheitskosten beteiligt. Ist das nicht etwas übertrieben angesichts der Gefahren und Kosten, die auf Davos zukommen? Diese Forderung dürfen Städte durchaus einmal in den Raum stellen. Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass sich Anti-WEF-Proteste in die Städte verlagert haben. Städte sind zudem deutlich schwieriger zu schützen als ein Alpendorf, das man faktisch abriegeln kann. Wir müssen aber nun sicher das WEF abwarten und anschliessend analysieren, welche Kosten entstanden sind.

An der Demo in Bern wurde ein «Kill Trump»-Plakat mitgetragen. Das weckt Erinnerungen an das «Kill Erdogan»-Transparent, das bisher keine rechtlichen Konsequenzen hatte. Solche Aufrufe sind ganz klar zu verurteilen. Ich finde es auch wichtig, dass man versucht, die Urheber auf rechtlichem Weg zur Rechenschaft zu ziehen. Ebenso richtig finde ich es aber, dass die Polizei nicht wegen dieses einen Plakats eingegriffen und so eine Eskalation riskiert hat. Die Demo verlief ansonsten friedlich.

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