Die Niederlage begann im Sieg

Redaktor Markus Zahno zur Abwahl des Bolliger Gemeindepräsidenten Rudolf Burger.

Von allen Seiten prasselte die Kritik vor den Wahlen auf Rudolf Burger nieder. Er sei mitverantwortlich für das Debakel um die Pensionskasse Bolligen-Ittigen-Ostermundigen (PVS BIO), für stockende Planungsgeschäfte, für Mängel in der Personalführung und für vieles mehr.

Doch wurde Rudolf Burger nur deshalb abgewählt? Kaum.So paradox es tönt: Seine gestrige Niederlage begann in der Stunde seines Triumphes. Vor acht Jahren wurde er als Quereinsteiger Gemeindepräsident. Weil viele Bolligerinnen und Bolliger die damalige Gemeindepräsidentin Margret Kiener Nellen (SP) loswerden und auch keinen SVP-Kandidaten wählen wollten. Also gaben sie ihre Stimme wohl oder übel Rudolf Burger.

Vor vier Jahren wurde Burger wiedergewählt, da niemand anderes kandidierte. Schon damals war abzusehen, dass sich das Blatt wenden könnte. Dass Burger angegriffen wird, sobald er Angriffsfläche bietet. Das hat er getan – allein dadurch, dass er im Stiftungsrat der PVS BIO sitzt, an deren Sanierung Bolligen zehn Millionen zahlen muss.

Nun tritt Katharina Zuber seine Nachfolge an. Als Ur-Bolligerin und Seklehrerin kennt sie im Dorf viele Leute. Das hat ihr im Wahlkampf geholfen, und das wird ihr auch den Start als Gemeindepräsidentin erleichtern. An ihr ist es nun, zu beweisen, dass es in Bolligen wirklich Zeit für einen Wechsel war.

Berner Zeitung

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