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«Die Muslime haben keine Antwort auf den Radikalismus»

Am Tag nach dem Anschlag in Paris sprach der muslimische Psychologe und Jugendarbeiter Ahmad Mansour in Bern vor dreihundert Schülern Klartext. Er verortet die Muslime zwischen Radikalismus und Opferrolle.

Dezidierter Verfechter eines neu verstandenen, demokratischen Islam: Ahmad Mansour in der Berner WKS-Aula.Bilder Matthias Käser
Dezidierter Verfechter eines neu verstandenen, demokratischen Islam: Ahmad Mansour in der Berner WKS-Aula.Bilder Matthias Käser
Matthias Käser
Ahmad Mansour wird vor vollen Reihen von WKS-Geschichtslehrer Philip Wegmüller befragt.
Ahmad Mansour wird vor vollen Reihen von WKS-Geschichtslehrer Philip Wegmüller befragt.
Matthias Käser
«Soll ich als Muslim  nun klagen,  ich sei ein Opfer, das deshalb  seine Religion nicht leben kann?», repliziert Ahmad Mansour.
«Soll ich als Muslim nun klagen, ich sei ein Opfer, das deshalb seine Religion nicht leben kann?», repliziert Ahmad Mansour.
Matthias Käser
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Herr Mansour, Sie sind Muslim und kritisieren den Islam. Was kritisieren Sie genau?

Ahmad Mansour: Ich kritisiere nicht den Islam an sich, sondern problematische Inhalte dieser Religion. Ich versuche zu differenzieren. Der Islam, den meine Mutter lebt, ist nicht der Islam der IS-Terroristen, der Muslimbrüder oder der politischen Verbände, die in Europa die Muslime vertreten wollen. Was ich problematisch finde, sind religiöse Inhalte wie die Angstpädagogik. Dass also Kinder mit einem Gott aufwachsen, der mit Himmel, Hölle und Strafe droht und keine Zweifel an seinem Wort im Koran zulässt. Ich kritisiere, dass die Sexualität tabuisiert und als Sünde betrachtet wird. Dass Jugendliche nicht frei entscheiden können. Ich kritisiere einen buchstabengetreuen Glauben. Das sind Religionsinhalte, die wir in einer demokratischen Gesellschaft nicht akzeptieren dürfen.

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