Die Millionen fliessen doch nicht

Münchenbuchsee/Schönried

Der Verkauf des Ferienheims Region Fraubrunnen in Schönried an die Privatschule Le Rosey kommt nicht zustande. Diese hat die Pläne für einen neuen Wintercampus auf dem Grundstück gestoppt.

Das Ferienheim weicht nicht einem neuen Wintercampus der Privatschule Le Rosey. Foto: Ruth Oehrli

Das Ferienheim weicht nicht einem neuen Wintercampus der Privatschule Le Rosey. Foto: Ruth Oehrli

Es sah nach einem lukrativen Geschäft aus. Die am Genfersee beheimatete noble Privatschule Le Rosey plante, ihren Wintercampus im Saanenland zu modernisieren und zu erweitern. Das Projekt sollte auf jenem Gelände in Schönried zu stehen kommen, auf dem sich das Ferienheim der Region Fraubrunnen befindet.

Le Rosey war bereit, für das Grundstück mit Gebäuden im Erli für rund 25 Millionen Franken zu bezahlen. Mit einem Vertrag zwischen dem Institut und dem Trägerverein des Ferienheims wurde das Geschäft 2009 besiegelt. Dieses war geknüpft an eine rechtskräftige Baubewilligung.

Überdimensioniert

Nachdem die Gemeindeversammlung Saanen der Überbauungsordnung zugestimmt hatte, gab es 2016 einen Rückschlag. Die Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder sprach sich gegen das Projekt aus. Dieses sei überdimensioniert und beeinträchtige die Landschaft zu stark. Le Rosey zog das Projekt im September 2016 zurück, hielt aber am Standort Erli fest. Das Gelände sollte weniger dicht bebaut werden, die dadurch fehlende Kapazität an einem anderen Ort geschaffen werden.

Nun ist das Campusprojekt im Erliin Schönried gestorben und damit der Traum vom Millionensegen aus dem Berner Oberland für die fünf Gemeinden des Trägervereins (Münchenbuchsee, Fraubrunnen, Jegenstorf, Utzenstorf, Bätterkinden) geplatzt.

Ende des letzten November hat die Le Rosey SA dem Trägerverein mitgeteilt, dass sie von ihren Verkaufsabsichten zurücktrete. Das schreibt der Gemeinderat Münchenbuchsee in einer Antwort auf zwei Vorstösse, die das Parlament an seiner nächsten Sitzung behandelt. In absehbarer Zeit sei deshalb mit keinem Verkauf zu rechnen.

Dieses Szenario hatte sich bereits in den Monaten zuvor abgezeichnet. Der erste Verkaufsvertrag war 2016 ausgelaufen und hätte erneuert werden sollen. Darin hätten ein neuer, etwas tieferer Verkaufspreis und eine jährliche Abgeltung festgelegt werden sollen.

«Der neue Vertrag ist nie unterschrieben worden», blickt Daniel Wyrsch, der Präsident des Trägervereins Ferienheim Region Fraubrunnen, zurück. Es hätten wegen des geänderten kantonalen Baugesetzes neue Punkte aufgenommen werden müssen, wie etwa die Mehrwertabschöpfung. Der Verein habe von der Privatschule lange nichts mehr gehört, sie habe auf Zeit gespielt, sagt Wyrsch.

Nach einem E-Mail-Verkehr im letzten Herbst sei schliesslich die definitive Absage gekommen. Die Gründe kennt Daniel Wyrsch nicht.

Jetzt wird saniert

Der Trägerverein hat wegen des geplatzten Verkaufs nun seine Strategie geändert. «Wir werden wieder ins Gebäude investieren», erklärt der Präsident. Etwa in die Heizung oder die Fenster. Wegen des möglichen Verkaufs wurde in den letzten Jahren nur das Nötigste gemacht. Das Haus selber sei aber in einem guten Zustand, betont Daniel Wyrsch.

Die Arbeiten sollen über die reguläre Betriebsrechnung finanziert werden. Das Ferienheim sei gut vermietet. Während 26 Wochen sei es voll ausgelastet, dazu an weiteren rund zwölf Wochenenden.

Zu den weiteren Plänen oder einer konkreten Neuausrichtung von Le Rosey war am Dienstag nichts in Erfahrung zu bringen. Der fürs Projekt zuständige Philippe Gudin war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Da die Verhandlungen nicht über die Gemeinde Saanen laufen würden, sei er darüber nicht im Bild, gibt Gemeindepräsident Toni von Grünigen zu verstehen: «Ich gehe zurzeit nicht davon aus, dass der Standort bei uns gefährdet ist.»

Berner Zeitung

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