Die Migros baut neu und stockt auf

Hinterkappelen

Die Migros reisst den Chappelemärit in Hinterkappelen ab und investiert 25 Millionen Franken in einen Neubau. Dabei schafft sie 35 Wohnungen. Während des Baus werden die Läden in einem Provisorium untergebracht.

Modell des neuen Chappelemärit: Der eingeschossige Ladentrakt wird ergänzt mit einem fünfstöckigen Wohngebäude.

Modell des neuen Chappelemärit: Der eingeschossige Ladentrakt wird ergänzt mit einem fünfstöckigen Wohngebäude.

(Bild: zvg)

Hans Ulrich Schaad

Die Vertreter der Genossenschaft Migros Aare und der Gemeinde Wohlen hatten am Donnerstagabend ein dankbares Publikum. Gut 300 Personen waren in die Aula das Schulhauses im Kappelenring gekommen, um sich aus erster Hand über die Pläne der Migros für den Chappelemärit zu informieren.

Und die Verantwortlichen hatten gute Neuigkeiten: Der Grossverteiler hält am Standort in Hinterkappelen fest. «Üses Migros» wird neu gebaut, freute sich Gemeindepräsident Bänz Müller (SPplus). Das sei etwas nicht Alltägliches.

37 Jahre alt

Das Einkaufszentrum Chappelemärit wurde 1978 eröffnet und ist in die Jahre gekommen. «Das Gebäude entspricht nicht mehr unserem Standard», sagte Anton Gäumann, Leiter Einkaufscenter bei der Migros Aare.

Die Anlieferung sei teilweise kritisch, das Sortiment zu klein und die Arbeitsbedingungen unbefriedigend. Weil der Standort ideal sei, habe sich die Migros für den Abriss und einen Neubau entschieden.

Mehr Frisch- und Bioprodukte sowie ein grösseres Sortiment werde der neue und 1200 Quadratmeter grosse Laden bieten, blickte Gäumann in die Zukunft. Die heutigen Mieter (Denner, Drogerie, Coiffeur, Kiosk) zögen mit in den Neubau.

Die Gemeindeversammlung Wohlen hat im Rahmen der Ortsplanungsrevision im Dezember 2009 die planerischen Grundlagen genehmigt. Dabei hat sie festgelegt, dass auf dem Areal bis zu sechsgeschossige Bauten stehen dürfen.

Dies nützt die Migros aus. Neben einem eingeschossigen Ladentrakt entsteht ein fünfstöckiges Gebäude mit 35 altersgerechten Mietwohnungen à 2½ oder 3½ Zimmer. Ob die Migros diese Wohnungen selber vermarkten wird, ist laut Anton Gäumann noch offen. Falls der Wärmeverbund Kappelenring, der die Energie aus dem Wohlensee gewinnt, zustande kommt, wird die Migros an diesen anschliessen.

Gedeckte Anlieferung

Der Haupteingang ins Einkaufszentrum wird beim Neubau in den Norden verlegt. Der Vorplatz wird zu einer verkehrsfreien Zone, die wie bisher für Marktstände zur Verfügung stehen wird. Damit wird der Eingangsbereich besser ans Dorfzentrum angebunden, was eine Vorgabe im Baureglement ist.

Die Anlieferung erfolgt auf der Ostseite. Die Rampe sei innen im Gebäude, sodass der Lärm für die Anwohner geringer sein werde, sagte der zuständige Architekt. 60 der 70 Kundenparkplätze sind in der Einstellhalle.

Provisorium vis-à-vis

Besonders freuten sich die Anwesenden, dass die Migros während der rund zweijährigen Bauzeit ein Provisorium mit einem reduzierten Sortiment aufstellen wird. Dieser Holzpavillon kommt auf einer Wiese schräg vis-à-vis dem heutigen Standort zu stehen. Dafür braucht es eine Ausnahmebewilligung. Das Amt für Gemeinden und Raumordnung hat diese in Aussicht gestellt.

Die Migros investiert rund 25 Millionen Franken in den Neubau. Aktuell ist die Überbauungsordnung beim Kanton zur Vorprüfung. Die Baueingabe ist für Anfang 2017 vorgesehen, der Baustart im besten Fall im Herbst 2017. Der neue Chappelemärit könnte frühestens 2019 eröffnet werden.

Berner Zeitung

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