Die Haut von Krebspatienten leidet

Zollikofen

Eine Chemotherapie kann schmerzhafte Spuren auf der Haut hinterlassen. Institute wie das von Corinne Schaffer bieten kosmetische Behandlungen für Chemo- und Strahlenpatienten an.

<b>Behutsam trägt Kosmetikerin Corinne Schaffer</b> eine Creme auf die strapazierten Handflächen ihrer Kundin Esther* auf.

Behutsam trägt Kosmetikerin Corinne Schaffer eine Creme auf die strapazierten Handflächen ihrer Kundin Esther* auf.

(Bild: Nicole Philipp)

Rote Pusteln bedecken die angeschwollenen Handflächen, die Haut ist gerötet, rissig und schuppig. Diese Leiden gehören zu den Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Um die Hautbeschwerden der Patientinnen und Patienten erträglicher zu machen, bieten Kosmetikstudios wie das von Corinne Schaffer eine onkologische Kosmetik­behandlung an.

«Ich habe zum grössten Teil weibliche Kunden. Die Behandlung ist aber auch für Männer und Jugendliche gedacht», sagt Corinne Schaffer. An diesem Tag behandelt sie ihre langjährige Kundin Esther*.

Zu Beginn besprechen sie die Art der Behandlung und wie lange sie dauert: «Ich frage meine Kundinnen, wie es ihnen geht und wie sie sich heute fühlen.» Esther leidet am Hand-Fuss-Syndrom. Schmerzhafte Blasen bilden sich an Hand- oder Fusssohlen, zum Teil löst sich die oberste Hautschicht ab, je nach Stadium des Syndroms.

«Mit einfachen Tricks zeige ich den Krebsbetroffenen, wie sie Augenbrauen nachzeichnen können.»Corinne Schaffer, Kosmetikerin

Damit eine Linderung solcher Nebenwirkungen eintritt, cremt Corinne Schaffer die Hände von Esther ein. «Ich verwende dafür eine vom Arzt verschriebene Creme, die das Jucken und Brennen verringert», sagt sie. Dabei behandelt sie die strapazierte Haut behutsam: «Ich gehe mit den Krebsbetroffenen sehr feinfühlig um.»

Institut muss sauber sein

In ihrem Institut in Zollikofen muss sie auf einen weiteren Aspekt besonders achten: «Während und vor einer onkologischen Behandlung ist es wichtig, dass alles sehr sauber ist», erklärt sie. Denn Krankheitserreger können das Immunsystem Krebs­betroffener leicht angreifen.

Doch der Krebs schwächt nicht nur den Körper: «Manche Betroffenen neigen dazu, auch psychisch dünnhäutig und sensibel zu sein», sagt Esther. Umso schöner sei es für sie, vor allem an ihren «schlechten Tagen» in die Behandlung zu gehen. «Ich kann loslassen und fühle mich danach wie in einer neuen Haut», meint sie. 

Sie gibt Schminktipps 

Seit zwanzig Jahren arbeitet Corinne Schaffer als Kosmetikerin. Die Ausbildung zur onkologischen Kosmetikerin hat sie im Jahr 2017 absolviert. «Eine Freundin von mir ist vor ein paar Jahren an Krebs erkrankt. Damals wusste ich noch nicht, wie ich ihre strapazierte Haut behandeln kann.» Wenig später entdeckte sie dann, dass Weiter­bildungen zur onkologischen Kosmetikerin existieren. Eine solche hat sie dann bei der Swiss Wellness Academy in Burgdorf absolviert. 

Nebenbei engagiert sie sich ehrenamtlich für die Stiftung Look Good Feel Better, welche im Engeriedspital Bern kostenlose Beauty-Workshops für Krebsbetroffene anbietet. Alle zwei Monate leitet sie dort einen Workshop, bei dem den Teilnehmenden gezeigt wird, wie sie mit den sichtbaren Folgen ihrer unterschiedlichen Therapien besser umgehen können.

Während zweier Stunden geht sie auf Themen wie die Hautpflege ein und gibt den Teilnehmenden Schminktipps. «Mit einfachen Tricks zeige ich den Krebsbetroffenen, wie sie zum Beispiel Brauen nachzeichnen oder bei eventuell fehlenden Wimpern die Augen betonen können», erklärt Corinne Schaffer. 

*Name der Redaktion bekannt 

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