Die Hängenden Gärten von Bern

Bern

Die Stadt Bern lanciert ein neues Urban Gardening-Projekt: Im Breitenrain entstehen Gartenbeete in luftiger Höhe – die Hängenden Gärten von Bern.

Auf dem Spielplatz an der Ecke Beundenfeldstrasse/Kasernenstrasse kommt das Gerüst mit den Hängenden Gärten zu stehen.<p class='credit'>(Bild: Stefan Anderegg)</p>

Auf dem Spielplatz an der Ecke Beundenfeldstrasse/Kasernenstrasse kommt das Gerüst mit den Hängenden Gärten zu stehen.

(Bild: Stefan Anderegg)

Was haben der «Breitsch» und Babylon gemeinsam? Nicht viel, könnte man meinen. Hier das Stadtberner Breitenrain-Quartier: erbaut um 1850, zwei Kirchen, eine grosse Kaserne, ein Fussballclub, beliebte Wohngegend für Familien. Dort das antike Babylon: eine der wichtigsten Metropolen der Antike, im zweiten und dritten Jahrtausend vor Christus erbaut, in der Bibel erwähnt, von Herodot besucht und von Königen wie Nebukadnezar II. regiert.

Erzählt jemand von «Hängenden Gärten», sind in der Regel jene von Babylon gemeint – es sei denn, diese Person lebt im Breitenrain. Dann spricht sie über die Hängenden Gärten von Bern.

Ein Gerüst für Pflanzen

So heisst das neuste Urban-Gardening-Projekt der Stadt Bern. Walter Glauser, Bereichsleiter Familiengärten bei der Stadt, bestätigt, was im Breitenrain bereits gemunkelt wurde. «Stadtgrün Bern stellt diesen Sommer der Bevölkerung Gartenbeete in luftiger Höhe zur Verfügung», sagt Glauser auf Anfrage.

Bereits am Dienstag werde auf dem Spielplatz an der Kreuzung Kasernen- und Beundenfeldstrasse das Gerüst für die Berner Version derHängenden Gärten installiert. An der Konstruktion seien Gemüsekisten, Weidenkörbe und Kunststoffsäcke befestigt, die den Hobbygärtnern als Gartenbeete dienen sollen. Wie es der Name sagt, hängen diese Beete auf drei Ebenen teilweise frei in der Luft. Das Pilotprojekt werde zwei Jahre dauern, sagt Glauser.

Die Hängenden Gärten von Babylon zählten zu den sieben Weltwundern der Antike. Die Ausmasse waren riesig: rund 120 Meter breit, 120 Meter lang und 24 Meter hoch, soll die Konstruktion gewesen sein. Dagegen mutet das Projekt in Bern bescheiden an. Am höchsten Punkt wird das Gerüst rund drei Meter hoch und an der längsten Stelle rund acht Meter lang sein. Man wolle damit zeigen, dass auch wenig Platz auf einer freien Fläche reicht, um darauf zu gärtnern, sagt Glauser. Ausserdem würden solche Gemeinschaftgärten den sozialen Austausch im Quartier fördern.

Rund 20 Familien aus dem Quartier hätten sich angemeldet. Wie bei anderen Urban-Gardening-Projekten der Stadt müssen die Teilnehmenden eine Garten- und Bauordnung. unterschreiben. Darin stehe beispielsweise, dass man keinen Hanf anpflanzen darf und die Ruhezeiten befolgen muss, sagt Glauser.

Eröffnungsfeier im Mai

Bereits übermorgen Mittwoch will die Stadt den Teilnehmenden ihre Gartenbeete übergeben. Die Eröffnungsfeier ist für den 9. Mai vorgesehen.

Die Kosten für Gerüst und Material trägt laut Glauser nicht die Stadt– sie werden von den Sponsoren Coop und Nüssli übernommen.

Der Spielplatz im Breitenrain, wo die Hängenden Gärten stehen werden, gehört der Stadt. «Es wurde ein offizielles Baubewilligungsverfahren durchgeführt und es wurde eine Baubewilligung für 2 Jahre erteilt», sagt Walter Glauser von Stadtgrün Bern.

Mehr zum Thema Gärtnern gibts auf unserem Garten-Blog.

Berner Zeitung

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