Die grosse BDP landet auf dem letzten Platz

Worben

Die SP plus hat mit ihrer zusätzlichen Kandidatur nicht nur stille Wahlen verhindert. Sondern den Urnengang auch klar für sich entschieden.

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Es war das erste Kräftemessen an der Urne seit langem. Und es endete ernüchternd für die Partei, die bislang in Worben den Ton angab. Eigentlich hatte die BDP ja schon vor den Wahlen vom Wochenende klein beigegeben. Weil sie nur einen Kandidaten fand, verzichtete sie von vornherein auf einen Sitz im Gemeinderat.

Bisher war die Partei im fünfköpfigen Gremium mit drei Mandaten vertreten und damit in der Mehrheit. Wenigstens hatte sie sich schon vor dem Wochenende das Präsidium gesichert. Es wird in einem separaten Verfahren besetzt, und weil dem Bisherigen Daniel Gyger keine Konkurrenz erwachsen war, galt der BDPler schon länger als still im Amt bestätigt.

Im Wahlgang ging es nun noch um die vier übrigen Gemeinderäte. Einen Sitz zu gewinnen, genügte der BDP deshalb für eine Zweiervertretung im künftigen Gemeinderat. Immerhin.

SP plus im Hoch

Dieses Ziel schaffte die BDP, mit ihrem Kandidaten Rico Kohler holte sie den Sitz. Parteipräsident Fredy Rufer zeigte sich am Sonntag darob sehr froh, zumal Neuling Kohler im Dorf recht unbekannt sei. Trotzdem liess er offen durchblicken, dass seine Partei im Grunde genommen gar nicht zufrieden sein kann: Mit einem Wähleranteil von knapp 19,6 Prozent landete sie abgeschlagen auf dem dritten und letzten Platz.

Dabei, sinnierte Rufer, sei seine Partei die mitgliederstärkste im Dorf oder zumindest gleichauf mit der SVP. Wahrscheinlich hätten die anderen halt besser mobilisieren können. Etwas Gutes konnte er dem Wahlausgang trotz allem abgewinnen: Künftig liege die Verantwortung in der Dorfpolitik nicht mehr so stark auf den Schultern der BDP.

Zum Feiern zu Mute war dafür der SP plus. Sie hatte den Wahlgang überhaupt erst möglich gemacht: Ursprünglich waren BDP und SVP nämlich davon ausgegangen, dass die SVP mit einem zweiten Kandidaten den frei werdenden BDP-Sitz übernehmen würde. Vier Sitzen wären dann vier Kandidierende gegenübergestanden, einmal mehr wäre dann auch der Gemeinderat still gewählt worden.

Doch die SP plus wollte sich nicht mehr nur mit einem Sitz zufriedengeben. Flugs stellte sie ebenfalls einen zweiten Kandidaten auf. Es sollte sich lohnen. Mit einem Wähleranteil von gut 45,2 Prozent schaffte sie nicht nur das beste Resultat des Wochenendes, sie brachte neben der Bisherigen Manuela Kocher auch den Neuling Martin Glaus in den Gemeinderat.

Den Erfolg erklärte sich Gemeinderätin und Parteipräsidentin Kocher am Sonntag spontan so: Geholfen habe sicher, dass sie mittlerweile auch im Grossen Rat sitze. «Man kennt mich im Dorf, weiss, was ich mache und wofür ich stehe.»

Tiefe Wahlbeteiligung

Wie sich die SVP in dieser Situation fühlte? Sie war zwar mit einem Wähleranteil von 35,2 Prozent auf dem zweiten Platz gelandet, musste aber hinnehmen, dass nur die Bisherige Tanja von Dach gewählt wurde und Gerhard Kummer auf der Strecke blieb. Für Parteipräsident Rudolf Marty stand am Sonntag allerdings ein anderes Thema im Fokus: «Ich bin schwer enttäuscht ob der tiefen Wahlbeteiligung von 26,9 Prozent.»

Berner Zeitung

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