Die Gemeinde-App gehört immer öfter zum Service

Online ist heute Trumpf: Immer mehr Apps für Smartphones und Tablets sollen unseren Alltag erleichtern. Das haben auch die Gemeinden erkannt und bieten nun fleissig eigene Apps an.

Die Gemeinde und ihre App: Immer häufiger setzen auch Gemeinden auf Online-Dienstleistungen.

Die Gemeinde und ihre App: Immer häufiger setzen auch Gemeinden auf Online-Dienstleistungen.

(Bild: zvg)

Stephanie Jungo

Wann fährt der nächste Zug? Wie viele Meter habe ich heute zu Fuss zurückgelegt? Wo ist das nächste gute Restaurant? Fragen, auf die heutzutage meist das Handy eine Antwort weiss. Eine Berührung reicht, und auf dem Display erscheinen die Informa­tionen, von denen wir meinen, sie zu benötigen.

Täglich bringen Entwickler neue Applikationen – oder kurz Apps – auf den Markt, die uns den Alltag erleichtern ­sollen. Nun sind auch die Gemeinden auf diesen Zug aufgesprungen.«Eine Gemeinde-App gehört heute einfach dazu», sagt An­dreas Kaufmann, Gemeindepräsident von Bremgarten. Die Gemeinde-App ist seit vergangenem Dezember online.

«Wir haben unsere Website neu gemacht und lancierten deshalb auch gleich eine App.» Ein neuer Internetauftritt veranlasste auch die Gemeinde Stettlen dazu, eine App zu lancieren. Für den Bolliger ­Gemeindeschreiber Bernhard Rufer gehört eine solche heute gar zum Service public.

Doch tragen Apps tatsächlich zur Grundversorgung bei? Nicht alle von ihnen verfügen über dieselben Funktionen. Praktisch allen gemeinsam sind ein Gemeindeporträt und eine Auflistung von Firmen, Restaurants oder Vereinen. Ebenfalls informieren die Apps über bevorstehende Anlässe oder verbreiten Neuigkeiten. Dinge also, die auch auf der Website leicht ersichtlich sind.

Interessanter sind die Funktionen, die über die Angebote der herkömmlichen Internetseiten hinausgehen. Zum Beispiel die Erinnerungsmeldungen für Entsorgungstermine. Oder der Schadensmelder, den einige Gemeinden in ihrer App anbieten. «Wer im Dorf einen Fall von Littering oder eine defekte Strassenlampe entdeckt, kann dies zu jeder Tages- und Nachtzeit der Gemeindeverwaltung in Bremgarten melden», erklärt Andreas Kaufmann.

Ein Foto mit dem Smartphone reicht, und die Gemeindemitarbeiter wissen sofort über Ort und Ausmass des Schadens Bescheid. Bisher seien ungefähr sechs bis sieben solcher Schadensmeldungen eingegangen.

Dörfer ohne App legen nach

Die Initiative für eine App geht in den meisten Fällen auf die ­Gemeindeverwaltung zurück. «Konkret wurde vonseiten der Bevölkerung nichts verlangt», erklärt Bernhard Rufer. Es habe im Vorfeld auch keine Befragung gegeben. Anders in Zollikofen. Dort habe die Gemeinde eine Befragung in der Bevölkerung durchgeführt und die Lancierung einer App vorerst versenkt, wie Gemeindeschreiber Stefan Sutter erklärt.

Es habe sich gezeigt, dass das Bedürfnis nach einer App nur gering sei. Man setze deshalb mehr auf die Website und soziale Medien. Ganz ausschliessen will Sutter eine App aber trotzdem nicht. «Wir passen unsere Kommunikation laufend den Bedürfnissen an.»

Andere Gemeinden ohne App wollen nachziehen. Worb, das bis jetzt aus finanziellen Gründen keine App hatte, will bald eine lancieren. Dasselbe gilt für Münsingen. So wie in Bremgarten soll auch hier der Internetauftritt aufgefrischt werden. Zum neuen Rundumpaket wird auch eine App gehören.

Die Entwicklung geht weiter

Die mobile Aufrüstung der Gemeinden hört bei den Apps nicht auf. «Ziel ist es, schon bald sämt­liche Dienstleistungen der Gemeinde online anzubieten», sagt Bernhard Rufer. Dazu sollen sich die Bolliger bald für ein Onlinekonto registrieren können.

In vielen anderen Gemeinden gehört dies bereits länger zum ­Angebot. Firmen oder Vereine können damit selbstständig Informationen und Anlässe publik machen. Privatpersonen können beispielsweise ihren Heimatausweis bestellen oder ihren Wegzug aus der Gemeinde online ab­wickeln.

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