Zum Hauptinhalt springen

Die Fähre steht still

Der Fährbetrieb zwischen Bern und Bremgarten konnte diese Saison noch nicht aufgenommen werden, der Pegel der Aare ist zu niedrig. Betreiber Adrian Hofer kämpft auch noch mit anderen Problemen.

Die Fähre steht still: Schon fast sechs Wochen wartet der Betreiber Adrian Hofer darauf, mit seinem Schiff wieder zu fahren.
Die Fähre steht still: Schon fast sechs Wochen wartet der Betreiber Adrian Hofer darauf, mit seinem Schiff wieder zu fahren.
Beat Mathys
Kein Durchkommen: Der Fährmann der Zehendermätteli-Fähre wartet seit sechs Wochen auf den Saisonstart.
Kein Durchkommen: Der Fährmann der Zehendermätteli-Fähre wartet seit sechs Wochen auf den Saisonstart.
Beat Mathys
Betreiber der Fähre: Adrian Hofer.
Betreiber der Fähre: Adrian Hofer.
Beat Mathys
1 / 5

Die Fähre steht am Aareufer im Zehendermätteli. Nur ganz leicht schaukelt das Schiff im Wasser, genauso träge fliesst der Fluss vorbei. Schon seit sechs Wochen wartet der Fährmann darauf, Personen von Bremgarten hinüber auf die Engehalbinsel und zurück zu befördern. Doch der tiefe ­Aarepegel hat dieses Unterfangen bisher verunmöglicht.

Mit düsterem Blick schaut Adrian Hofer auf die eigentlich idyllische Szenerie. Seit über zwanzig Jahren betreiben er und seine Frau das Restaurant Zehendermätteli und unterhalten den Fährbetrieb. «Wir hatten nie irgendwelche grösseren Probleme, egal, wie viel Wasser die Aare geführt hat», erzählt Hofer. Mehr als zwei bis drei Tage seien die Überfahrten nie ausgefallen.

Insel macht Probleme...

Vor zwei Jahren aber hat sich das geändert. Bei einem gemeinsamen Projekt der Gemeinde Bremgarten, der Stadt Bern und des Kantons ist einerseits das Ufer auf Bremgartner Seite saniert worden.

Andererseits entnahm man der Aare in der Matte Kies und schüttete ihn im Zehendermätteli wieder auf. Und zwar auf einer Aareinsel vor der Anlegestelle der Fähre. «Das hat eine Schwierigkeit nach der anderen mit sich gebracht», sagt Adrian Hofer.

Durch die Insel entsteht erhebliches Widerwasser, was die Überfahrt mit der Fähre schwieriger macht. Ausserdem verschiebt sich das Material der Insel stetig nach unten, noch näher an die Anlegestelle. «Und das Ufer auf der Landseite verbreitert sich durch die Ausschwemmung zusehends.»

Vor zwei Jahren sei die Aare bei Niedrigwasser acht Meter weniger breit gewesen als heute. «Vorher konnte ich den Steg verlängern, wenn es weniger Wasser hatte, heute reicht das nicht mehr aus.»

Mehrmals sei er mit seinem Anliegen an eine kantonale Stelle gelangt, die ihn vertröstet habe. «Massnahmen würden erst ergriffen, wenn das Ufer zwei Meter vom Sockel, der die Fährleitung stützt, entfernt sei.»

Warum die Behörden so lange warten wollen, blieb gestern offen. Der Kanton meldete am Nachmittag zurück, dass er nicht zuständig sei, und verwies an die Stadt, deren Tiefbauamt Antworten in Aussicht gestellt hat.

...und ein Schild auch

Hofer hat schon einiges unternommen, damit sein Transportmittel über die Aare weiterfahren kann. «Mit einem Bagger, den mir der Kanton zur Verfügung gestellt hat, habe ich Material von der Spitze der Insel weggenommen, damit das Widerwasser weniger wird.»

Genützt hat das aber nur kurzfristig etwas, denn durch die Bewegung des Flusses werden Kies und Sand wieder nach unten geschwemmt und die Überfahrt erschwert.

Und die Insel ist nicht das einzige Problem, mit dem sich Hofer seit längerem herumschlagen muss. Bei einem Hochwasser vor drei Jahren wurde das Schild, das am Aareufer auf den Fährbetrieb hinweist, weggeschwemmt. Solche Signalisationen an den Ufern von Gewässern sind obligatorisch.

Im kantonalen Schifffahrtsgesetz ist festgehalten: «Soweit die Schifffahrt auf einem Gewässer möglich und nicht eingeschränkt oder verboten ist, haben es die Uferkantone schiffbar zu erhalten und die erforderlichen Signale anzubringen.» Wer aber aus dem Transportmittel einen besonderen Vorteil herausziehe, müsse die Signalisation selber bezahlen. Und das sei beim Zehendermätteli der Fall.

Dagegen hat Adrian Hofer Beschwerde bei der Polizei- und Militärdirektion eingereicht. «Wenn die Fähre nicht fährt, haben wir nur 5 Prozent weniger Kunden im Restaurant, da kann man doch nicht von einem Vorteil sprechen», sagt er und schüttelt den Kopf.

Das sah die Direktion aber anders; die ­Beschwerde wurde abgewiesen, könnte aber von Hofer noch ans Verwaltungsgericht weitergezogen werden.

Das Boot sei vor allem ein Erlebnis und als Teil des Rundspaziergangs im Naherholungsgebiet gedacht, sagt der Betreiber. «Im Moment verursacht es aber vor allem eine Unmenge an Kosten.»

Zum Beispiel die Löhne, die Hofer den angestellten Fährmännern zahlt, obwohl das Schiff nicht fahren kann. Trotz der je 14 000 Franken Subventionen der Stadt Bern und der Gemeinde Bremgarten betreibt er aktuell ein Minusgeschäft.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch