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Die ersten Autos rollen über den A5-Ostast

Nach zehnjähriger Bauzeit wurde am Freitag die neue Autobahnumfahrung der A5 im Osten von Biel feierlich eröffnet. Für Unmut in der zweisprachigen Stadt sorgt indes die ausschliesslich deutsche Signalisation.

Der A5-Ostast ist endlich eröffnet: Für die ersten Fahrer auf der neuen Strecke agb es am Freitag Blumen von Regierungsrätin Barbara Egger höchstpersönlich.<br> Video: SDA

Seit Freitagmorgen rollen die Fahrzeuge über die neue Autobahnumfahrung der A5 im Osten der Stadt Biel. Nach 10-jähriger Planungs- und Bauzeit setzten Behördenvertreter von Bund, Kanton und Stadt symbolisch den letzten Baustein. Der A5-Ostast kostete 1,2 Milliarden Franken.

Die Eröffnung der neuen Autobahnumfahrung sei ein «wichtiger Meilenstein» für Biel und die gesamt Region, erklärte die Berner Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer laut Communiqué. Mit der Bündelung und Kanalisierung des Verkehrs werde ein Grossteil der Autos und Lastwagen aus der Stadt verschwinden.

Von einem «Freudentag» sprach Biels Stadtpräsident Erich Fehr. Der Ostast schliesse die Lücke der A5 zu zwei Dritteln. Gute Strassen- und Bahnverbindungen seien wichtige Faktoren zur Entwicklung von Stadt und Region als Wirtschaftsstandort und als Wohnort.

Der knapp fünf Kilometer lange Autobahnabschnitt verbindet die A16 Transjurane und die A5 Biel-Solothurn mit der Autostrasse A6 Biel-Bern. Mit der Bieler Ostumfahrung sei die Fertigstellung des schweizerischen Nationalstrassennetzes wieder ein Stück näher gerückt, erklärte seinerseits Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamtes für Strassen (Astra).

Umstrittener Westast

Zur dauerhaften Entschärfung der Verkehrssituation in der Region brauche es aber auch den West-Ast, betonte der ASTRA-Direktor. Der Westast befindet sich erst in Planung und ist - anders als der Ostast - umstritten.

Umweltverbände und Bürgerbewegungen wehren sich insbesondere gegen die Streckenführung und die zwei geplanten Autobahnanschlüsse im Zentrum und an der Seevorstadt. Das Komitee «Biel notre amour» reichte am Freitag in Bern eine Petition mit nach eigenen Angaben mehr als 10'000 Unterschriften ein.

Darin wird Bundespräsidentin Doris Leuthard aufgefordert, Biel «nicht zu Grabe zu tragen». Zwei Autobahnanschlüsse mitten im Zentrum «werden unsere Stadt im Herzen verwüsten.» Ende September nahmen über 3000 Personen an einer Protestkundgebung teil. Die Gegner befürchten statt einer Verkehrsentlastung Mehrverkehr.

Die Bieler Stadtbehörden verteidigen das aktuelle Westast-Projekt von Kanton und Bund. Stadtpräsident Fehr plädierte am Freitag für einen «konstruktiven Dialog». Sollte von den Opponenten eine neue Variante vorgelegt werden, welche die gleiche Verkehrsentlastung bringe, so würde der Bieler Gemeinderat «eine Prüfung des Vorschlags durch Kanton und Bund begrüssen». Ein Dialog sei aber nur möglich, wenn sich die Kritiker nicht als Hüter der «absoluten Wahrheit» sähen und zum Dialog bereit seien.

Unmut wegen Signalisation

Beim nun eröffneten Ostast sorgte vor allem die Signalisation für Unmut. In der zweisprachigen Stadt Biel hat man wenig Verständnis dafür, dass die Ausfahrt «Biel-Ost» nur in deutscher Sprache signalisiert wird. Aus Protest blieb der welsche Bieler Gemeinderat Cédric Némitz den Eröffnungsfeierlichkeiten fern.

Laut Bundes- und Kantonsbehörden ist die einsprachige Signalisation jedoch Usus auf dem gesamten Nationalstrassennetz. Allzu lange Namen könnten die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, so die Begründung. Auf Bundesebene ist ein Vorstoss des bernjurassischen SVP-Nationalrats Manfred Bühler hängig, der eine Anpassung der Gesetzgebung fordert.

Gerichtliches Nachspiel um Baukosten

Vier der fünf Kilometer des A5-Ostastes führen durch Tunnels, die durch die Erde gebohrt werden mussten. Die in einem Konsortium zusammengeschlossenen Baufirmen machen geltend, schwierigere geologische Verhältnisse angetroffen zu haben, als dies vom Kanton Bern in der Ausschreibung zur Offertstellung angegeben worden war.

Die Firmen fordern deshalb auf zivilrechtlichem Weg Nachzahlungen im Umfang von rund 40 Millionen Franken ein, wie diese Zeitung publik machte.

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