Die Differenzen sind zu gross

Belp

Zum geplanten Südanflug im Belpmoos gingen über 300 Einsprachen ein. Der Bund wird mit den Einsprechenden keine Verhandlungen führen.

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Vor zwei Jahren gingen gegen das geplante Südanflugverfahren auf den Flughafen Bern-Belp mehr als 300 Einsprachen ein. Die Pläne des Flughafens und des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) sorgten insbesondere im Aaretal und in der Region Thun für grosse Kritik. Der grosse Widerstand ­bewirkte eine Verzögerung. Ursprünglich sollte das neue Anflugverfahren schon 2015 eingeführt werden. Doch auch jetzt ist noch nicht absehbar, wann das neue Regime in Kraft tritt.

Klar ist aber: Das Bazl wird mit den Einsprechenden keine Verhandlungen führen. Das erfuhren die Gemeindepräsidenten von umliegenden Gemeinden am Montag an einem Treffen am Flughafen Bern-Belp. Das Vorgehen sorgt für Kritik: «Es entspricht nicht unseren Vorstellungen von Demokratie», sagt Münsingens Gemeindepräsident Beat Moser (Grüne).

Differenzen sind zu gross

Laut Bazl-Sprecher Urs Hol­deregger werden in der Regel nur dann Verhandlungen geführt, wenn die Positionen nicht allzu weit auseinanderliegen und die Chance besteht, mit allen Einsprechern eine Einigung zu erzielen. In diesem Fall sind die Differenzen zwischen dem Flughafen und dem Bazl auf der einen Seite sowie den Kritikern auf der anderen Seite also offenbar zu gross.

Die Gegner haben aber noch eine Chance, sich zu wehren. Sie können gegen den Entscheid des Bazl für den Südanflug, der für diesen Herbst geplant ist, Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht erheben.

Ausbau ist blockiert

Nicht weiter kommt auch das Projekt der vierten Ausbauetappe. Zwar erhielt der Flughafen im letzten Herbst die Baubewilligung für die erste Bauphase, welche nur die Bodeninfrastruktur wie Rollwege oder Flugzeugabstellflächen betrifft. Doch eine Beschwerde blockiert das Verfahren. Mehrere Umweltverbände befürchten mehr Verkehr und Lärm.

«Wir gehen davon aus, dass das Bundesverwaltungsgericht bis Ende Jahr einen Entscheid fällt», sagt Flughafendirektor Mathias Gantenbein. Frühestens im Anschluss daran könne der Baubeginn erfolgen.

Berner Zeitung

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