Die Chronologie der Attacken

Bern

Zuerst flogen Flaschen gegen Autos, nun fliegen Steine gegen Menschen. Ein Blick ins Archiv zeigt eine Auswahl solcher Vorfälle seit Anfang 2012.

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Es ist ein trauriges «Ritual», das sich an zahlreichen Wochenenden in Bern abspielt: Vermummte attackieren von der Schützenmatte her vorbeifahrende Polizeiautos. Auch Sanitäter und Feuerwehrleute wurden schon angegriffen. Rückzugsort für die Täter ist die Reitschule. Ein Blick ins Archiv zeigt eine Auswahl solcher Vorfälle seit Anfang 2012. Eine neue Dimension haben diese Angriffe am letzten Wochenende erreicht, als Nachtschwärmer mit Flaschen, Steinen und Feuerwerk beworfen wurden.

1. Januar 2012: Aus der Reitschule werfen dunkel gekleidete Personen volle Bierflaschen auf vorbeifahrende Autos. Mindestens fünf Fahrzeuge werden beschädigt. Auch ein Passant wird getroffen und verletzt.

3./4.März 2012: Als eine Polizeipatrouille beim Bollwerk an einem Rotlicht hält, wird das Fahrzeug mit Steinen beworfen. Im Lauf der Nacht versammeln sich Vermummte und werfen Knallpetarden gegen das Amthaus. Als die Polizei anrückt, ziehen sich die Vermummten in die Reitschule zurück. Von dort werfen sie Steine. Drei Polizisten werden leicht verletzt.

7./8.September 2012:Mit Farbe gefüllte Flaschen fliegen von der Reitschule gegen ein Patrouillenfahrzeug der Kantonspolizei.

15./16.September 2012:Die Polizei rückt wegen eines zugeparkten Autos auf die Schützenmatte aus – und wird von 20 Vermummten vom Vorplatz der Reitschule aus attackiert. Der Routineeinsatz endet mit brennenden Strassenblockaden und zwei verletzten Polizisten.

6./7.Oktober 2012: Polizeiautos werden bei der Reitschule mit Flaschen und Steinen beworfen. Die Polizei spricht von «unhaltbaren Zuständen» bei der Reitschule.

13./14.Oktober 2012: Vom Reitschule-Vorplatz fliegen wieder Flaschen gegen vorbeifahrende Polizeiautos. Die Polizei führt eine Grosskontrolle in der Reitschule durch.

16.Oktober 2012:Auf dem Vorplatz der Reitschule wird zur Gewalt gegen die Polizei aufgerufen. «Kill more cops» (Töte mehr Polizisten), steht vor dem grossen Tor geschrieben. Eine selbst ernannte «Stadtguerilla» bekennt sich in süffisantem Ton zu den Flaschenwürfen gegen Polizisten. Die Betreiber der Reitschule wollen die Gewaltaufrufe nicht entfernen. Die Stadt putzt den Vorplatz.

19.Oktober 2012: Erneut ein Farbanschlag auf einen Streifenwagen. Die Polizei hatte eine Ambulanz auf den Vorplatz begleitet. An Wochenenden rückt die Sanität nur noch in Begleitung der Kantonspolizei zur Reitschule aus.

25.März 2013: Mitarbeiter von Verkehrs- und Abschleppdienst wollen auf der Schützenmatte ein falsch parkiertes Auto abschleppen. Sie werden von der Reitschule her mit Flaschen beworfen. Die vermummten Angreifer flüchten in die Reitschule.

23.April 2013:Die Polizei vermeldet, dass es seit Anfang März im Raum Schützenmatte und Reitschule zu neun Angriffen gegen Fahrzeuge und Beamte gekommen ist. Immer war die Reitschule der Rückzugsort für die Angreifer.

27./28.Juli 2013:Vor der Berner Reitschule kommt es zu einer Strassenschlacht. Vermummte haben zuvor von der Reitschule her Besucher eines Lokals auf der anderen Strassenseite mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen.mm

Berner Zeitung

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