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Die Cabane Muntelier hebt ab

Die neun Trägerpfähle der Cabane in Muntelier sind am Verrotten. Damit die Pfeiler ersetzt werden können, steht die Cabane nun für zwei Wochen auf dem Trockenen.

Luftreise: Die Cabane von Muntelier wird temporär versetzt, damit die Pfähle ersetzt werden können.
Luftreise: Die Cabane von Muntelier wird temporär versetzt, damit die Pfähle ersetzt werden können.
Etelka Müller

Sieben Cabanes standen während der Expo.02 am Ufer des Murtensees. Von ihnen ist ein Exemplar verblieben, die anderen stehen an verschiedenen Orten in der Schweiz. Doch an den Trägern der Cabane in Muntelier nagt der Zahn der Zeit: «Die ­Holzpfähle im See sind in einem schlechten Zustand», erklärt Alfred Münger, Präsident des Fördervereins La Cabane, und blickt Richtung Murtensee. «Wir müssen sie dringend ersetzen.»

Dass das Konstrukt aus rostigem Stahl so lange in Muntelier bleibt, war ursprünglich nicht vorgesehen. Deshalb haben die Verantwortlichen damals Pfähle aus Tannenholz in den Seegrund gerammt. Nun soll der verbliebene «Ange passe» des französischen Architekten Jean Nouvel auf Eichenpfählen zu stehen kommen. «Sie haben eine längere Lebens­dauer.»

Dafür wurde die rund 20 Tonnen schwere Cabane am Dienstag mit einem Kran vom See auf die nahe Schlosswiese versetzt. «Die Arbeiten dauern etwa zwei Wochen», sagt Münger. Anfang Mai werde der Engel wieder über der Seeoberfläche verweilen.

«Die Cabane ist wichtig für Muntelier», sagt Münger. Seit 2004 dient das markante Objekt als Kulturpavillon. Den Förderverein gibt es seit Juli 2016. «Die Arbeiten werden rund 150'000 Franken kosten», erklärt der Präsident. «120'000 Franken stammen von Gönnern.» Die Ge­meindeversammlung Muntelier hatte im Dezember einen Kredit von 30'000 Franken für die Sanierung gutgeheissen.

Neue Gipswände

Sieben mal fünf Meter Raum bietet das Stahlkonstrukt für Ausstellungen, Abdankungen, Lesungen oder Geburtstagsfeiern: «Wir wollen die Cabane weiterhin ei­ner breiten Bevölkerung zu­gänglich machen», sagt Münger. «Ein Partytempel ist sie aber nicht», sagt er und lacht.

Und auch eine Galerie sei sie nicht: «Die Künstler erhalten den Schlüssel und müssen selber schauen.» ­Sobald die Cabane auf ihren neun neuen Eichenpfählen steht, werde der Innenraum saniert: «Dicht ist sie, aber wir werden Gips­wände erneuern, wo es notwendig ist, Schrauben ersetzen und die Beleuchtung erneuern.»

Im Juli sei eine zweimonatige Ausstellung mit dem Museum Murten zum Thema Pfahlbauer geplant. Vor 6000 Jahren hatten Jäger, Fischer, Weber und Landwirte in Muntelier gelebt, wie Grabungen von 1986 aufzeigten. «An der Ausstellung werden ei­nige Originalteile zu sehen sein», verspricht Münger. «Die Archäologen fanden über 1200 Gegenstände», erklärt Ewald Lang, Gemeinderat von Muntelier.

Lang liess sich den Flug des Bauwerks nicht entgehen. «Die Fundgegenstände sind auf verschiedene Schweizer Museen verteilt», sagt er. Schon bald würden einige dieser Tausende Jahre alten Stücke aus dem Museum Murten an ihrem Ursprungsort zu sehen sein.

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