Die BLS pflügt den Bahnhof um

Wabern

Neue Perrons, neue Treppen und eine neue Unterführung: Auf dem veralteten Bahnhof bleibt kein Stein auf dem andern. Die BLS-Strecke ins Gürbetal wird deshalb im Sommer zwei Wochen lang gesperrt.

Die Doppelspur vor Wabern (im Hintergrund) ist fast fertig. Jetzt knöpft sich die BLS den eigentlichen Bahnhof vor.

Die Doppelspur vor Wabern (im Hintergrund) ist fast fertig. Jetzt knöpft sich die BLS den eigentlichen Bahnhof vor.

(Bild: Raphael Moser)

Stephan Künzi

Am Wochenende ist die Bahnlinie zwischen Bern-Weissenbühl und Belp zu. Einmal mehr – doch diesmal markiert die Streckensperrung eine Zäsur im 70-Millionen-Projekt, das die BLS im Gebiet Wabern-Kehrsatz umsetzt.

Die Doppelspur auf den rund 700 Metern vor dem Bahnhof Wabern ist fertig und geht in Betrieb. Dafür fangen nun die Umbauarbeiten auf dem Bahnhofareal richtig an.

Das wiederum hat zur Folge, dass die Reisenden in den Sommerferien nochmals mehrere Tage am Stück auf den Ersatzbus umsteigen müssen. Vom 27. Juli bis zum 11. August und damit ganze zwei Wochen lang – so, wie es schon heute regelmässig am späten Abend der Fall ist.

Grosszügige Bahnanlage

Vor den Medien erläuterte Projektleiter Marco Habegger am Mittwoch nochmals, was bis Ende 2020 am Bahnhof Wabern ändert. Das heutige Mittelperron wird weggerissen und durch zwei hohe Aussenperrons ersetzt.

Die enge, dunkle Unterführung mit ihren steilen Treppen verschwindet, an ihre Stelle tritt leicht verschoben in Richtung Bern ein grosszügiger Neubau mit Rampen. Und: Von den Aussenperrons gehen neu zwei Treppen hoch zur Brücke, die zur Gurtenbahn führt.

Augenfällig: Die neuen Treppen hinauf zur Dorfstrasse werden mitsamt dem neuen Fussgängersteg überdacht. (Visualisierung: PD)

In diesem Bereich sieht die BLS eine bislang kaum beachtete, sehr augenfällige Neuerung vor.

Zwischen den Treppen setzt sie parallel zum Trottoir eine Fussgängerpasserelle an. Sie wird wie die Treppen überdacht – so viel Grosszügigkeit, erläuterte Habegger, sei mit Blick auf Grossanlässe wie das Gurtenfestival unabdingbar.

Ein direkter Zugang von der Kirchstrasse zum hangseitigen Aussenperron sowie ein Lift, der von dort hinauf zur Quöllfrisch-Überbauung führt, binden den Bahnhof enger ins Quartier ein.

Konzentriert und günstiger

Die zweiwöchige Streckensperrung im Sommer begründete Habegger mit wichtigen Vorbereitungen zu diesen Arbeiten. Unter anderem wird in dieser Zeit das hangseitige, dannzumal bereits stillgelegte Gleis vom übrigen Bahnareal abgetrennt.

Wenn der Betrieb nach den Ferien wieder läuft, können die Arbeiter in sicherem Abstand zu den Zügen die hohe Stützmauer abtragen und etwas zurückversetzt wieder aufbauen.

Natürlich lasse sich das Projekt so auch viel konzentrierter und damit günstiger vorantreiben, so Habegger.

Im Besonderen gilt dies für die Fortsetzung: Zwischen den Bahnhöfen Wabern und Kehrsatz-Nord baut die BLS eine weitere Doppelspur. Weil dieser das heutige Gleis teils im Weg steht, müsste der Verkehr ohnehin zeitweise ruhen.

Berner Zeitung

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