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Die bestgehütete Türe im Inselspital

Die Biobank des Inselspitals gehört zu den fortschrittlichsten der Welt. Hier lagern Blutproben für die Forschung.

Melissa Burkhard
Tausende von Blutröhrchen lagern hinter dieser Tür.
Tausende von Blutröhrchen lagern hinter dieser Tür.
Franziska Rothenbühler

Es dauert seine Zeit, bis man vom Haupteingang des Inselspitals zur heutigen Adventstüre gelangt. Man fährt mit dem Lift abwärts, passiert mehrere gesicherte Türen und geht durch lange, verwinkelte Korridore, bis man vor der Tresortüre steht. Sie versperrt den Zugang zur Gefrieranlage der Biobank. Ein klein wenig erinnert hier alles an Science-Fiction – die neonblauen Lichter tragen dazu bei. Hinter dieser Türe verbirgt sich aber nichts Übernatürliches, sondern Tausende von Blutröhrchen, die hier bei minus 80 Grad jahrzehntelang lang gelagert werden. «Wir stellen so der Forschung biologische Proben von bester Qualität zur Verfügung», sagt Professor Carlo Largiadèr, Leiter der Biobank. Diese sei, was Effizienz und Automatismus angeht, weltweit einzigartig.

In diesem Labor werden biologische Proben bester Qualität hergestellt. (Foto: Franziska Rothenbühler)
In diesem Labor werden biologische Proben bester Qualität hergestellt. (Foto: Franziska Rothenbühler)

Eine Stunde von Entnahme bis Lagerung

«Bei der Lagerung von Bioproben ist Geschwindigkeit zentral», sagt Carlo Largiadèr. Biologisches Material verändere sich nämlich, je länger es unter Raumtemperatur stehe. Dies habe bereits zu zahlreichen irreführenden Forschungsresultaten geführt. Von der Blutentnahme bis zur Lagerung dauert es im Inselspital eine Stunde. Das ist höchstes Niveau, auch im weltweiten Vergleich. «Schneller geht nicht», sagt auch Tanja Fröhlich, die die administrative Leitung der Biobank innehat.

«Was wir hier lagern, kann mit Geld nicht be­ziffert werden.»

Tanja Fröhlich Administrative Leitung Biobank

Nach der Blutentnahme am Patienten wird die Probe von einem Kurier abgeholt und direkt ins Zentrum für Labormedizin gebracht. Von hier gelangt sie auf eine vollautomatisierte Laborstrasse. Die Blutproben werden dabei in Plasma und Blutzellen geteilt und anschliessend bei minus 140 Grad eingefroren. In einem isolierten, mit flüssigem Stickstoff gekühlten Behältnis werden sie in einem letzten Schritt zur Biodatenbank gebracht und über eine Schiebetür den Robotern im Innern der Gefrieranlage übergeben. Deren Arbeit bleibt unsichtbar. «Es ist eine Blackbox für uns», sagt Tanja Fröhlich. Platz gäbe es für mehr als zwei Millionen Blutröhrchen.

Plan des Lagerungssystems im Inselspital. (Foto: Franziska Rothenbühler)
Plan des Lagerungssystems im Inselspital. (Foto: Franziska Rothenbühler)

Medizinischen Fortschritt unterstützen

Bevor Blutproben überhaupt gelagert werden, müssen die Patienten ihre Zustimmung geben. «Wir sammeln nichts ohne Einwilligung», betont Carlo Largiadèr. Der Forschung stünden die Körperflüssigkeiten lediglich anonymisiert zur Verfügung. Will eine Studie beispielsweise Proben von Patienten mit einer Lungenkrebserkrankung nutzen, so muss dies zuvor von einer Ethikkommission bewilligt werden. Erst dann werden diese freigegeben. «Ziel der Studien ist es hauptsächlich, bessere Behandlungsmethoden und Medikamente zu finden», so Largiadèr. Mithilfe der Biobank wolle man den medizinischen Fortschritt unterstützen.

Bei Bioproben handle es sich natürlich um sehr persönliche und wertvolle Materialien, sagt Tanja Fröhlich. Daher werde die Biobank speziell gesichert. Drei unabhängige Kreisläufe sichern die Energie- und Stromversorgung der Kühlanlage. Auch vor Hackingangriffen oder anderen Attacken werde umfassend geschützt. Das sei wichtig, sagt Tanja Fröhlich: «Die Patienten vertrauen uns.» Intern spreche man daher auch von der bestgehüteten Türe im Inselspital. Nur sehr wenige Personen hätten Zutritt. Kein Wunder, sagt Fröhlich: «Was wir hier lagern, kann mit Geld nicht beziffert werden.»

Für den BZ-Adventskalender schauen wir bis Weihnachten jeden Tag hinter eine Tür, die sonst nicht geöffnet wird oder werden darf. Hier können Sie nachlesen, wo wir bisher zu Besuch waren:

Was sich hinter dieser Tür im Berner Inselspital verbirgt, erfahren Sie im letzten Bericht unserer Serie: Die Adventstür vom 24. Dezember.
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Christian Pfander
Was verbirgt sich hinter dieser schwarzen Türe in der Reitschule in Bern? Hier erfahren Sie mehr zur Adventstüre vom 22. Dezember.
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Nicole Philipp
Was haben Steuerverwaltung und Archäologischer Dienst gemeinsam – ausser dass sie sich den Personaleingang teilen? Hier gehts zur Adventstüre vom 21. Dezember.
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Nicole Philipp
Der Hintereingang des Stadttheaters führt in den dreistöckigen Backstage-Bereich. Dahinter herrscht vor einer Aufführung emsiges Treiben. Hier gehts zur Adventstüre vom 20. Dezember.
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Raphael Moser
Hinter der Türe des Autobahnwerkhofs herrscht Hochbetrieb, wenn es draussen eiskalt ist. Hier gehts zur Adventstüre vom 19. Dezember.
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Raphael Moser
Hinter der Metalltüre neben den Papageientauchern befindet sich die Tierarztpraxis des Tierparks Bern. Hier gehts zur Adventstüre vom 18. Dezember.
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Raphael Moser
Hinter dieser versprayten Holztür verbirgt sich das innere des Berner Blutturms. Der Name des Turms verheisst Gefährliches. Jonas Schütz der Turmmeister klärt auf. Hier erfahren Sie mehr zur Adventstüre vom 17. Dezember..
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Raphael Moser
Hinter einem grossen gelben Tor am Berner Bollwerk verbirgt sich der nicht öffentliche Bereich des Hauptbahnhofs. Was sich hinter den Kulissen des Verkehrsknotenpunkts abspielt. Hier erfahren Sie mehr zur Adventstüre vom 16. Dezember..
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Christian Häderli
Hinter diesem Gittertor erklärt der Klärwerkmeister Hans Stucki wie die ARA Langnau funktioniert. Hier erfahren Sie mehr zur Adventstüre vom 15. Dezember..
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Beat Mathys
Hinter diesem Tor, wie man es auch in anderen Industriebetrieben und bei Autogaragen antrifft, wird nicht etwa mit grobem Stahl oder Öl gearbeitet. Was die Roviva Roth & Cie dahinter produziert, erfahren Sie hinter der Adventstüre vom 14. Dezember.
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Beat Mathys
Hinter diesem Zaun zwischen Lorrainbrücke und Hodlerstrasse befindet sich die älteste Drogenanlaufstelle der Welt. Das «Fixerstübli» ist mehr als ein Ort, an dem sich Süchtige einen staatlich tolerierten Schuss setzen können: Die Adventstüre vom 13. Dezember.
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Raphael Moser
Diese Tür ohne Falle macht es deutlich: Eintreten für unbefugte nicht erwünscht. Wer dahinter sitzt und das sie dort tut, erfahren Sie hinter der Adventstüre vom 12. Dezember.
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Adrian Moser
In der Rechtsmedizin werden jährlich rund 280 Leichen untersucht. Und meist lüftet sich hinter dieser Tür auch das letzte Geheimnis... Hier gehts zur Adventstüre vom 11. Dezember.
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Raphael Moser
Die Liquid Biobank des Inselspitals ist ein Archiv für Gewebe und Blutproben. Was sich hinter der blauen Türe verbirgt, lesen Sie hier: Adventstüre vom 10. Dezember.
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Franziska Rothenbühler
Hinter dieser Tür in Ostermundigen backen fleissige Hände Weihnachtsleckereien. Wie die Bären auf die Lebkuchen kommen, lesen Sie hier: Adventstüre vom 9. Dezember.
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Sibylle Hartmann
In Löwenberg bei Murten findet man im Wald den Eingang zu einem alten Infanteriebunker. Was sich darin befindet, lesen Sie hier: Adventstüre vom 8. Dezember
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Raphael Moser
Mitten in der Stadt Bern verbirgt sich ein mehrere Hundert Meter langer Stollen. Welch beeindruckendes Bijou sich hinter der Tür befindet, lesen Sie hier: Adventstüre vom 7. Dezember.
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Beat Mathys
Der Samichlous und der Schmutzli haben uns in ihrem Waldhaus im Inselwald bei Niederwangen empfangen. Wie im Innern des Häuschens aussieht, lesen Sie hier: Adventstüre vom 6. Dezember.
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Beat Mathys
Hinter dieser Tür im Bremgartenwald befindet sich das Camp dreier Waldmenschen. Wieso auf die Annehmlichkeiten eines Stadtlebens verzichten und in den Wald ziehen? Dazu erfahren Sie mehr hier: Adventstüre vom 5. Dezember.
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Raphael Moser
Diese Tür befindet sich in der Gärtnerei Ellenberger und Fuhrimann in der Berner Altstadt. Dahinter reiht sich Blumenbeet an Blumenbeet – fünfzig Meter den Hang hinab, wie Sie hier lesen können: Adventstüre vom 4. Dezember.
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Beat Mathys
Hinter dieser Tür in Port bei Biel liegt das Reich von Claudia Schuler. Sie arbeitet hier als Schleusenwärterin. Wie es in ihrem Kabäuschen aussieht, und warum sie im Winter wenig zu tun hat, lesen Sie hier: Adventstüre vom 3. Dezember.
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Beat Mathys
Kurz vor 5 Uhr hebt sich das erste Tor des Tramdepots Bolligenstrasse in Bern. Wer hat den Schlüssel? Lesen Sie es hier: Adventstüre vom 2. Dezember
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Sibylle Hartmann
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