Die BDP verliert ihren Sitz an die SP

Fabienne Bachmann wurde schon zum zweiten Mal als Gemeinderätin ­abgewählt. Und auch Kristin Arnold darf nicht im Gemeinderat mittun. Sie muss ihrer Schwester den Vortritt lassen.

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Es war eine kleine Truppe, die sich gestern Nachmittag im Schloss Belp versammelt hatte. Die BDP Belp sass bei Kuchen und Wein in der Cafeteria. Die Stimmung war gedämpft, denn Gemeinderätin Fabienne Bachmann wurde abgewählt. Damit ist die BDP nach acht Jahren nicht mehr im Gemeinderat vertreten. «Womöglich hätten wir von einer Listenverbindung profitiert», sagte Präsident Hans Bachmann.

«Ich bin sehr enttäuscht, ich habe nicht damit gerechnet», sagte Fabienne Bachmann, die Frau des Präsidenten. Die BDP verliere schweizweit Wähler, das sei nun auch ihr zum Verhängnis geworden. Dabei habe sie gar nicht viel weniger Stimmen geholt als bei den letzten Wahlen. Schon vor zwölf Jahren hatte sie die Wiederwahl verpasst, damals noch als SVP-Gemeinderätin. Die Belper BDP will allerdings nicht aufgeben. «Wir haben entschieden, dass wir die Köpfe nicht hängen lassen», sagte der Präsident.

Ein lachender Dritter

Ganz anders war die Stimmung zwei Gehminuten vom Schloss entfernt. Im ehemaligen Schulhaus feierte die SP das Ergebnis. «Wir sind Gewinner dieser Wahl», sagte Präsidentin Kristin Arnold. Was sie vor allem freute: «Wir holten den Sitz zurück, den wir vor vier Jahren verloren hatten. Das ist das Wichtigste.»

Auch nicht ganz unwichtig ist, dass der zweite Sitz eigentlich ihr persönlich zustehen würde. Doch was sich im Vorfeld abgezeichnet hatte, wurde gestern Realität: Auch Arnolds Schwester Susanne Grimm (EVP) schaffte die Wahl in den Gemeinderat. Für diesen Fall war schon abgemacht, dass die Bisherige Grimm den Vortritt erhält.

«Natürlich reut es mich», sagte Arnold, «aber ich habe mich darauf eingestellt.» Als Dritter auf der SP-Liste profitiert Adrian Kubli. «Ich hätte es Kristin Arnold gegönnt.» Aber er freue sich auf das Amt, habe er doch viel in den Wahlkampf investiert.

Ansonsten kam es gestern zu keinen Veränderungen. Die EVP konnte ihren Sitz halten – obschon die gemeinsame Liste mit GFL und GLP deutlich schlechter abschnitt als vor vier Jahren die separaten Listen. Die FDP wiederum schaffte es nicht, der EDU ihren Sitz streitig zu machen.

SVP gewinnt Wähleranteile

Und die SVP als stärkste Partei hat sogar noch zugelegt. «Mein Ziel waren 30 Prozent», sagte Präsident Jan Griessen. Es wurden 32,5 Prozent. «Das freut mich sehr.» Mehr will er nicht. Wie er gestern anlässlich der Wahlfeier der bürgerlichen Parteien erklärte, tritt er bald als Präsident ­zurück.

Resultate Gemeinderat

SVP. Gewählt: Benjamin Marti (bisher, 1421 Stimmen), Johann Walther (bisher, 1354), Hans Aeschlimann (bisher, 1237), Ersatz: Jean-Michel With (894), Fabienne Griessen (812), Hans Peter Iseli (804), Rebekka Knecht (792).

SP.Gewählt: Stefan Neuenschwander (1919), Adrian Kubli (922), Ersatz: Kristin Arnold (1479), Marcel Spinnler (667), Barbara Jörg (659).

EDU.Gewählt: Stefan Oester (bisher, 1352),Ersatz: Walter Marmet (316), Michael Brönnimann (297), Paul Brönnimann (294), Andreas Nussbaum (263), Susanna Moser (256).

FDP.Nicht gewählt: Fabian Wienert (655), Markus Bichsel (329), Martin Hodler (320), Willy Minnig (307), Inés Roethlisberger (229), Stefan Ventura (187).

GFL/EVP/GLP.Gewählt: Susanne Grimm (EVP, bisher, 771). Ersatz: Adrian Graf (GFL, 391), Markus Wüthrich (GLP, 378), Rebekka Schaller (GFL, 343), Cornelia Baumgartner (GLP, 341), Simon Baumann (EVP, 266).

BDP.Nicht gewählt: Fabienne Bachmann (bisher, 940), Anna Schneider (496), Markus Wüthrich (287), Bernhard Grossenbacher (285), Ulrich Jost (261).

Berner Zeitung

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