Die Ausstellung zum Schweizer Lieblingshobby

Schwarzenburg

Ob Fussball, Schach, Musik oder Stricken: Für fast alles gibt es Vereine. Deren Vielfalt und Geschichte behandelt die diesjährige Ausstellung des Regionalmuseums Schwarzwasser in Schwarzenburg.

Kurator Simon Schweizer (links) und Erich Schmocker, Präsident des Vereins Regionalmuseum Schwarzwasser, im Dachstock des Museums. Hier oben werden die gemeinnützigen Vereine wie Feuerwehr und Samariter porträtiert.

Kurator Simon Schweizer (links) und Erich Schmocker, Präsident des Vereins Regionalmuseum Schwarzwasser, im Dachstock des Museums. Hier oben werden die gemeinnützigen Vereine wie Feuerwehr und Samariter porträtiert.

(Bild: Christian Pfander)

Sheila Matti

Die Schweiz ist das Land der Vereine. Rund 100'000 Stück gibt es, schätzungsweise die Hälfte der Bevölkerung ist irgendwo Mitglied. Entsprechend gross ist auch die Vielfalt der Inhalte: Egal ob Schwingen, Schiessen oder Schafzucht – für fast alles, was der Mensch in seiner Freizeit gerne tut, gibt es einen Verein.

Das Regionalmuseum Schwarzwasser thematisiert in der diesjährigen Ausstellung einen kleinen Teil dieser Vielfalt. «Allein in den acht Gemeinden, die sich am Museum beteiligen, gibt es rund 300 Vereine», erklärt der Museumspräsident Erich Schmocker. 24 Beispiele porträtiert das Regionalmuseum, welches selbst auch als Verein organisiert ist. Ein Raum gehört etwa den Schützen, in einem anderen stehen Treichel und Tracht, und den Dachstock teilen sich Feuerwehr und Samariter (siehe Kasten). Und draussen, in den beiden zum Museum gehörenden Scheunen, hängen Kaninchenfelle, Reitmedaillen und Skier.

Ein Steckbrief informiert jeweils über das Gründungsjahr, die Grösse, die Treffpunkte und das Vereinsleben. Darunter hängt eine Box mit Visitenkärtchen, «für den Fall, dass jemand gleich selber Mitglied werden möchte», so Schmocker. Man wolle aber nicht nur die Vereine ins Rampenlicht stellen, erklärt Kurator Simon Schweizer, der zusammen mit Evelyne Vaudan seit einem Jahr an der Ausstellung arbeitet.

«Die Besucher sollen auch einen Überblick über die Geschichte der Vereinskultur in der Schweiz erhalten.» So erfährt man etwa, dass das Vereinsleben früher lediglich den wohlhabenden Männern vorbehalten war: Die meisten Vereine öffneten sich erst in den 1960er-Jahren gegenüber Frauen, weil damals die Mitgliederzahl der Männer schrumpfte. Eine Ausnahme bilden hier die Sportvereine: Diese boten schon früher weibliche Riegen an.

Fast jeder der 24 vorgestellten Vereine wird auch einmal vor Ort anwesend sein. Dann kann man sich etwa mit den Profis des Schwingclubs messen, die Tiere des Ornithologischen Vereins streicheln oder von den Pfadfindern lernen, wie man ein Zelt aufstellt.

Berner Zeitung

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