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Detaillisten laden zum Loubechehr

Arlette Schneider, Zimi Kesselring, Karin Hänni und Karin Hänzi Berger führen Geschäfte in der Altstadt. Nun spannen sie mit 90 anderen Lokalen zusammen und veranstalten den Loubechehr.

Zusammenspannen und mit einem Event auf das Gewerbe aufmerksam machen: Auf diese Idee kam Zimi Kesselring gemeinsam mit Arlette Schneider. Video: Claudia Salzmann

82 Läden, fünf Restaurants, drei Cafés, eine Bar, inklusive Yoga- und Tangostudio, verteilt auf vier Kilometern? Was nach einem Einkaufszentrum klingt, sind die Teilnehmenden des ersten Loubechehr in der unteren Altstadt, der dieses Wochenende stattfindet.

«Seit drei Jahren haben wir hier unten vermehrt innovative Geschäftsinhaber und Gleichgesinnte, die gemeinsam eine Stimme bekommen haben», sagt Zimi Kesselring. Sie führt seit fast zehn Jahren ihren Laden Toku Swiss Label in der Gerechtigkeitsgasse und erlebte die Veränderung selber mit.

Die Alteingesessenen hätten jeden neuen Laden als Konkurrenz gesehen. Aber jetzt seien so viele Junge dabei, dass sich auch die Älteren mit dem Solidaritätsgedanken anstecken liessen. «Ausserdem sind wir an einem Punkt angekommen, an dem das Gewerbe ein Miteinander braucht und man allein nicht mehr viel ausrichten kann», ist Kesselring überzeugt.

Zusammenzuspannen und mit einem Event auf das Gewerbe aufmerksam zu machen, auf diese Idee kam sie gemeinsam mit Arlette Schneider. Letztere führt das Rytz in der Brunngasse. «Ich bin in einer der stilleren Gassen von Bern, auch ein bisschen wegen meines Grossvaters, der hier eine Schreinerei hatte», erklärt sie.

Laufkundschaft hat sie wenig, und deshalb ist ihr Rezept: «Es braucht Events, um eine Stammklientel aufzubauen.» Mit im Organisationskomitee sind auch Karin Hänni und Karin Hänzi Berger von Clémentine in der Postgasse.

Schwellenangst verlieren

Die Initiantinnen des Loubechehr sitzen im Volver am Rathausplatz: Zimi Kesselring, Arlette Schneider, Karin Hänni und Karin Hänzi Berger (von links). Foto: Christian Pfander
Die Initiantinnen des Loubechehr sitzen im Volver am Rathausplatz: Zimi Kesselring, Arlette Schneider, Karin Hänni und Karin Hänzi Berger (von links). Foto: Christian Pfander

Inspirieren liess sich das OK vom 1.-Advent-Event, der vor zwanzig Jahren in der Postgasse startete und sich inzwischen auf die gesamte Altstadt ausgedehnt hat. «Wir wussten, dass wir auch etwas im Frühling brauchen», sagt Schneider. So entstand der Loubechehr, bei dem die Läden zum Verweilen einladen und mit verschiedenen Attraktionen auftrumpfen. Das helfe den Bernerinnen und Bernern neue Läden kennen zu lernen und so «die Schwellenangst zu verlieren», ist sich Schneider sicher.

Ihr Vorbild sei der Zürcher Kreislauf: «Der ist mittlerweile so bekannt, dass jedes Jahr ein Buch über die Teilneh­menden erscheint», schwärmt Schneider. Andere Städte seien Bern einen Schritt voraus, beispielsweise Biel, wo man jeden ersten Freitag nebst den offenen Läden auch Kulinarik und Musik anbietet.

Die Anzahl der Geschäfte, die in Bern bei der ersten Durchführung mitmachen, sei ein guter Start. «Wir haben nicht mit so vielen Anmeldungen gerechnet. Das zeigt uns, dass ein grosses Bedürfnis besteht», sagt Schneider.

Mehr als Einmaligkeit

Anders als Vorgängerevents versuchen sie nicht, alle gleich zu formen, sondern betonen die Individualität. Und sie distanzieren sich von der oberen Altstadt, die zwar mit ähnlich historischen Häusern schön aussehe, aber den grossen Ketten gehöre. «Hier unten gibt es viel Diversität, die auch von den vereinten Altstadtleisten gefördert wird», sagt Kesselring.

Sie wollen aber über den Event hinaus das Zusammenspannen zelebrieren. Deshalb wird beispielsweise ein Instagram-Konto ganzjährig mit Fotos bespielt. Ihr Ziel ist klar: «Unsere Stimme soll gemeinsam von Jahr zu Jahr lauter werden.»

Loubechehr Freitag, 4. Mai, bis 21 Uhr, Samstag, 5. Mai, bis 17 Uhr.

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