Der Weg zurück führte über die Gewa

Zollikofen

Vor fünf Jahren war sie ganz unten. Mithilfe der Gewa hat sich Silke Eichwald wieder hochgerappelt. Die Stiftung mit Sitz in Zollikofen hilft Menschen, im Arbeitsmarkt Tritt zu fassen. Dieses Wochenende feiert sie ihr 25-jähriges Bestehen.

Am Hauptsitz der Gewa in Zollikofen arbeitete Silke Eichwald im Büroservice der Stiftung. Hier untersuchten Fachleute ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. «Die Stiftung hat mir genügend Zeit gegeben, um wieder meinen Rhythmus zu finden», lobt sie die Institution.

Am Hauptsitz der Gewa in Zollikofen arbeitete Silke Eichwald im Büroservice der Stiftung. Hier untersuchten Fachleute ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. «Die Stiftung hat mir genügend Zeit gegeben, um wieder meinen Rhythmus zu finden», lobt sie die Institution.

(Bild: Stefan Anderegg)

Peter Steiger

Silke Eichwald reagierte mit Schlafstörungen auf ihren turbulenten Job in der Werbebranche. Die abgrundtiefe Müdigkeit zerstörte das Nervenkostüm der gelernten Handbuchbinderin mit Handelsdiplom. Sie rutschte in eine Erschöpfungsdepression. Der Arzt nannte es Burn-out. Silke Eichwald zog sich immer mehr zurück.

Weil zu befürchten war, dass sie für immer aus dem Arbeitsmarkt herausfiel, kam die IV ins Spiel. Damit öffnete sich eine Tür zurück ins Erwerbsleben. Im Auftrag der Versicherung klärte die Gewa Silke Eichwalds Chancen ab und offerierte ihr ein Arbeitstraining im Büroservice der Stiftung.

«Ich hatte furchtbar Angst»

Manche Momente prägen sich unwiderruflich ein. Bei Silke Eichwald war dies der Start bei der Gewa. Sie war zwar in psychiatrischer Behandlung. Doch hatte sie seit einem Jahr nicht mehr gearbeitet und litt unter einer schweren Depression.

An einem Aprilvormittag vor drei Jahren sass sie erstmals wieder inmitten von vielen Menschen in einem grossen Büro. «Ich hatte furchtbar Angst», sagt sie. Monatelang verkroch sie sich während der Arbeitspausen im Ruheraum. Den Weg aus der Isolation schaffte sie schrittweise, mit Gesprächen, mit kleinen und grösseren Erfolgen bei der Arbeit. «Die IV und die Gewa haben mir genügend Zeit gegeben, um wieder meinen Arbeitsrhythmus zu finden», lobt sie.

Nach den vielen kleinen Schritten wagte sie 2009 den grossen Sprung und kehrte ins Erwerbsleben zurück. Sie übernahm als Teilzeitjob die Sekretariatsleitung für den Bereich Weiterbildung der Gewerblich Industriellen Berufsschule in Bern. Sie hatte die Karten auf den Tisch gelegt und über die Krise berichtet. «Schule und Mitarbeiter haben mich akzeptiert», sagt sie.

In einigen Wochen ist nun ein weiterer Riesenschritt fällig. Die 42-Jährige macht sich als Gestaltungspädagogin selbstständig. Sie wird mit Menschen arbeiten, die sich schöpferisch und gestaltend ausdrücken wollen. Silke Eichwald steckt zurzeit in der Ausbildung für dieses Fachgebiet und will den Lehrgang mit einer Fachprüfung abschliessen.

Zukunft als Kunsttherapeutin

Den Anstoss, um in diesen Bereich einzusteigen, erhielt sie, weil sie selbst drei Jahre lang Kunsttherapie machte. Diese Erfahrungen motivierten sie zu eigenem künstlerischem Schaffen. Unterdessen hat sie ein Atelier. Dort gestaltet sie mal witzige, mal verblüffende Kleinskulpturen. «Durch die Kunsttherapie habe ich begriffen, wie wichtig für mich die Arbeit mit den Händen ist», sagt die ehemalige Buchbinderin.

Berner Zeitung

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