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Der richtige Riecher für Bettwanzen

Bettwanzen sind eine Plage – und schwer nachzuweisen. Patric Corpataux hat eine internationale Zertifizierungsprüfung für Bettwanzenspürhunde miterarbeitet.

Patric Corpataux (links) bildet Bettwanzenspürhunde aus. Auch Philippe Pugin und sein Hund Fury haben ihre Prüfung bei ihm abgelegt.
Patric Corpataux (links) bildet Bettwanzenspürhunde aus. Auch Philippe Pugin und sein Hund Fury haben ihre Prüfung bei ihm abgelegt.
Charles Ellena/FN

Im Hotel Vanil Noir in Grand­villard hat kürzlich die erste Schweizer Zertifizierung für Bettwanzenspürhunde und deren Führer stattgefunden. Nicht etwa, weil das Hotel von Bettwanzen befallen wäre, sondern damit die vier Teams die Prüfung in einer möglichst realen Umgebung absolvieren konnten.

Immer häufiger lassen Hotels ihre Räumlichkeiten präventiv nach Bettwanzen absuchen. «In Zukunft wird es bestimmt ein Label ‹wanzenfrei› geben», sagt Patric Corpataux, Verantwortlicher der Bed Bug Foundation, einer unabhängigen Non-Profit-Stiftung, die das Problembewusstsein für Bettwanzen schärfen möchte. Denn auch in der Schweiz haben Hotels oder auch Privatpersonen immer wieder mit dem Befall der Schädlinge zu kämpfen.

Da Bettwanzen sich nur von Blut ernähren, hat ihre Verbreitung nichts mit Sauberkeit zu tun. Sie können in jeder Art von Herberge angetroffen werden, in der einfachen Pension ebenso wie im 5-Stern-Hotel. In der Ferienzeit ist das Thema besonders aktuell, da die Verbreitung der winzigen Blutsauger meist passiv über das Reisegepäck erfolgt.

Schlechte Teams im Einsatz

Patric Corpataux wohnt in St. Ursen und war beruflich während elf Jahren als Profihundeführer tätig. Privat begleitet ihn seine Passion für Hunde noch immer. Nicht zuletzt deshalb ist er seit zwei Jahren Vertrauensperson der Bed Bud Foundation und hat mitgeholfen, die internationale Zertifizierung für Bettwanzenspürhunde zu erarbeiten.

Dass nun vier neue Teams – davon drei aus dem Kanton Freiburg – ausgebildet worden seien, sei wichtig, sagt der 41-Jährige. «Da die Hundeführer lange Zeit über ­keinen Qualitätsnachweis verfügten, trieben viele schlechte Teams aus dem In- und vor allem aus dem Ausland ihr Un­wesen.»

Die Bed Bug Foundation hält in einem Kodex genau fest, wie ein Einsatz von Bettwanzenspürhunden mit ihren Führern abzulaufen hat. Dieser sei über mehrere Jahre entwickelt und Ende 2015 veröffentlicht worden, sagt der Biologe Ulrich Lachmuth, zertifizierter Schädlingsbekämpfer und Senatsmitglied der Bed Bug Foundation. Die Prüfung ist nur gültig, wenn der Hundeführer und sein Hund nach genau diesem Kodex im Einsatz sind. Zudem muss sie jedes Jahr wiederholt werden.

Schneller als der Mensch

Ein trainierter Spürhund kann einzelne Bettwanzen wesentlich schneller aufspüren als ein Schädlingsbekämpfer. Um ein Hotelzimmer zu untersuchen, brauche ein Kammerjäger etwa drei Stunden, sagt Ulrich Lachmuth. Ein gut trainierter Hund erledige dies in fünf Minuten. Die Teams sind jedoch nur für den Nachweis und die Nachkontrolle zuständig. Die Bekämpfung übernimmt ein Kammerjäger.

Der Kanton Freiburg sei indes kein Brennpunkt für Bettwanzenbefälle, sagt Patric Corpataux. Im Gegensatz zu den Kantonen Lausanne und Genf, wo wegen Bettwanzen viele Gebäude totalsaniert werden mussten. Dennoch gibt es immer wieder Fälle in Freiburg. Die zertifizierten Teams sind dafür gewappnet.

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